Mit Plan geht’s volle Kraft voraus!

Ich hab’s ja an sich nicht so mit Trainingsplänen. Klar eine grobe Struktur muss sein, aber sich sklavisch an etwas zu halten, mit der wagen Aussicht beim Saisonhöhepunkt das oder besser gesagt ein mögliches Optimum zu erreichen, das war bislang nicht so mein Fall. Die Prinzipien hinsichtlich Be- und Entlastungsphasen waren mir bekannt, und danach hab ich mich Pi mal Daumen auf einen Wettkampf vorbereitet. Umso spannender ist es gerade zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn man sich ziemlich eng an einen Trainingsplan hält. Ich nutzte da das Programm von Triathlon-Szene.de – genauer den 12 Stunden Sonntagsfahrer-Plan.

Vorteil dieses Plans, er ist kostenfrei und kann auf die persönlichen Befindlichkeiten (Puls, Km/h, Saisonhöhepunkt) angepasst werden. Die sehr umfangreiche und optisch nett gemachte Excel-Tabelle ist mit allerhand Kommentaren zu einzelnen Einheiten versehen. Der Plan lehnt sich, soweit ich mich erinnere, an die Gordon Bryns “Going Long” und der “Triathlete’s Training Bible” von Joe Friel an und untergliedert sich in die klassischen  Phasen Prep 1-3, Base 1-3, Build 1/2 und Peak. On Top bekommt man auch noch umfangreiche Schwimmpläne von Ute Mückel. Damit ausgestattet kann einem erfolgreichen Trainingsjahr nichts mehr im Wege stehen, oder?

Bisher war ich immer skeptisch: Trainiere ich zu viel? Ist es nicht irre, alles auf eine Karte zu setzen? Es gibt doch noch so viele andere schöne Dinge, die man in der “vertrainierten” Zeit machen könnte. Und das Umfeld (Job, Beziehung etc.) muss natürlich auch stimmen. Zudem meint man immer auch das Gespenst des “Übertrainings” in der Nähe zu spüren. Leiden musste ich zum Glück nie darunter, aber ich will auch gar nicht erst anfangen es heraufzubeschwören. Einmal da, wird man es nur sehr schwer wieder los. Insgesamt also kein einfaches Unterfangen. Bisher scheint alles soweit ganz gut zu verlaufen.

Im Winter hab ich eher freestylemäßig meine Grundlagenkilometer gesammelt. Schon zu dieser Zeit ruft der Plan mehr als 8 oder 9 Stunden ab. Mir war das entschieden zu viel. Richtig eingestiegen bin ich mehr oder weniger bei der Base 2-Phase. Leider kam mir im Februar ein kleiner Bandscheibenvorfall dazwischen und lange Laufeinheiten waren erst mal Tabu. Mittlerweile habe ich den drei Belastungsblöcke der Build 1-Phase hinter mir – und die hatten es z.T. schon ganz schön in sich.

Fazit: War es auch manchmal wirklich hart, verspüre ich bisher noch keine Anzeichen von Übertraining oder sonstigen Symptomen, die mich am bisherigen Kurs zweifeln lassen.  Eher im Gegenteil. Die Form steigt stetig an. Lediglich mein schlechtes Gewissen meiner Freundin gegenüber plagt mich dann und wann. Hier muss ganz klar für die letzten Wochen ein effizienteres Zeitmanagement her. Sprich: Am Sonntag früher los, um mehr Zeit mit der holden Maid verbringen zu können; das hat ja auch was von Psychodoping ;).

Entspannt sehe ich dieser Woche entgegen. Viel steht nicht auf dem Plan, bzw. krame ich da in der “Spaßkiste” herum. Heute wird lediglich noch mal geschwommen. Mittwoch steht ein schöner Abend in trauter Zweisamkeit an, denn am Donnerstag geht es in die Schweiz – ein paar Verrückte (8 Sportmaniacs) treffen, um am Samstag am Hausberg unseres Gastgebers den Bergkönig zu krönen.


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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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