Das LaBa Invitational 2011- Saisonsieg #1

Kinners wie die Zeit vergeht. Jetzt ist es schon wieder über ein Woche her, dass ich bei meinem ersten Start auch gleich meinen ersten Saisonsieg eingefahren hab – beim 1. LaBa Invitational 2011 in Genf.  Über das Warmup hab ich schon geschrieben, fehlt nur noch der große Rennbericht. Der kommt hier:

La Barillette ist der Hausberg eines guten Freundes, an dem der große Showdown stattgefunden hat. Anfangs noch als “Maulwurfshügel” verspottet, wusste ich nicht so recht, was mich erwarten würde. Aber dieses Teil hat es wirklich in sich. Hier die Eckdaten:

  • Höhe: 1528m hoch
  • Anstiegslänge: 12,4km
  • Höhenunterschied: 986m
  • avg. Steigung: 8%
  • Streckenrekord des Lokalmatadors: 50:21min

Nach kurzem Einrollen überquerte das 9 Mann starke Fahrerfeld die Startlinie. Das Tempo, was an der Spitze angeschlagen wurde, ließ keine Zweifel offen: Da will es jemand wissen. Bergfloh “Fetti” prescht die ersten Höhenmeter hinauf, gefolgt vom Lokalmatador. Der Rest folgte wie Perlen an einer Schnur, wenigstens die ersten Meter und das sichtlich angestrengt. Ich befand mich an Position vier und hörte irgendjemanden hinter mir laut atmen….aber nur ein paar Meter, da wurde es wieder ruhig. Mir war sofort klar, dass die Spitze das Tempo nicht lange durchstehen konnte. Mein Vordermann und ich mussten dann auch abreißen lassen. “Jetzt nur die Ruhe bewahren und dein Tempo finden!”, dachte ich mir, den Plus immer im Blick: 175! Ich guckte mich um, es war fast niemand mehr zu sehen – den ersten Kilometer hatten wir noch nicht mal geschafft. Holla die Waldfee! Die eigentliche Taktik, die “Plasma” und ich geplant hatten war nicht mehr zu realisieren. An sich wollten wir das Feld kontrollieren und den Matador allmächlich müde fahren. Dann hätte ich in einem günstigen Moment den Berg-Punch herausgeholt und das Ding klar gemacht. Aber: Grau ist jede Theorie.  Jetzt hieß es, jeder fährt und stirbt für sich. 😉

Das “A” und “O” ist, den Rhythmus zu finden. Den hatte ich nach ein paar Meter in den Beinen. Zudem konnte sich die Spitzengruppe , wie erwartet (oder erhofft), nicht wirklich absetzen: 40-60 Meter – mehr nicht. An den etwas flacheren Passagen erhöhte ich den Druck aufs Pedal und schloss kurz nach Kilometer 3 ordentlich schnauffend auf. Geschafft! Ein paar Meter blieb ich hinter ihnen, um den Plus ein wenig zu beruhigen. Im Magen machte sich der Kraftakt auch gleich bemerkbar – der zog sich ein wenig zusammen. Unangenehm, aber nicht weiter schlimm. Man darf es nur nicht übertreiben. Insgesamt fühlte ich mich aber ziemlich fit.

An einem etwas steileren Stück setzte ich dann eine kleine Attacke – nur mal um zu sehen, wie die beiden reagieren würden. Schnell war ein 30 Meter-Loch entstanden. Ich schaute mich um, doch da kam nichts. Naja, wenn das so ist, dann treten ich mal weiter konstant in die Pedale. Auf den folgenden Metern schaute ich mich immer mal wieder um, überrascht zu sehen, dass immer noch nichts passierte. Seltsam! Aber gut, der Weg zum Gipfel ist ja auch noch lang und….wir hatten erst 4 von 12km auf der Uhr.

Der Puls pendelte sich mittelerweile zwischen 170-175 ein. Mal schnell in den Körper reingehorcht….ja das sei noch ok sagt er mir; hart aber ok. Der Abstand zu meinen Verfolgern vergrößerte sich. Anfangs noch in der Kehre sichtbar, verschwanden sie aus meinem Blickfeld. Gut für mich, schlecht für die beiden. Mit jedem Kilometer wurde mir klar, dass sich hinten ein Feuerwerk der Pedalierens nicht mehr entfacht würde. Zwischendrin “inhalierte” ich noch ein PowerBar Gel – sicher ist sicher – flog an einem weiteren Radler vorbei und kam dem Gipfel immer näher. Aber auch wenn man schon Kilometer 8 hinter sich hat, wird es nicht wirklich leichter. Ein wenig hab ich schon damit gerechnet, dass die “Tanknadel” plötzlich auf “Null” zeigen oder sich der Motor wegen Überhitzung verabschieden könnte, denn über 30, 40 Minuten solche Pulswerte abzurufen, dass ist normalerweise kein Bestandteil meines Trainings. Aber egal, es hat ja bis hierhin gut geklappt und die letzten Kilometer werde ich auch noch durchstehen. Ein Blick auf die Uhr – Jepp! Das würde wohl eine gut Zeit werden!

Ab 10km wird es nochmal wirklich ekelig. Erst ist es relativ flach, die Beine sind schon müde (und sauer) und man freut sich, gleich am Ziel zu sein. Dann stellt sich einem noch eine kleine, fiese Rampe in den Weg. Aaaaah! Wie gemein. Aber die konnte ich mich auch noch hochdrücken. Da sah ich dann schon die große Antenne auf dem Gipfel – gleich habe ich es geschafft!

Zack! Die Uhr blieb bei 46:40min stehen! Und ich bin noch nicht mal die letzten paar Hundert Meter gesprintet – ich dachte ein kleines Video meines Zieleinlaufs wäre netter ;).

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Toller Bericht! Aber, wie schaffst Du das als Nordlicht, in diesem Tempo solche Berge 'rauf zu keulen? Respekt!

  2. Danke Mathias,

    letztlich braucht man nicht wirklich "Berge", um selbige fahren schnell hoch fahren zu können. Man kann die hier im Norden auch sehr gut simulieren. Hilfreich ist, bei Gegenwind zusätzlich einen hohen Gang zu fahren. So hab ich in Kiel auch für die Tour Transalp 2005 trainiert. Das klappt dann ganz gut. Zugegeben, Berge sind aber weitaus schöner als Gegenwind. 😉

  3. Oh ja, der Gegenwind, dein Freund und Trainingspartner 😉 Mir hat ein keuchender Österreicher mal bei einer RTF in der platten Lausitz gesagt: "So ein Mist, hier muss man ja die ganze Zeit treten." 😉 Good Luck für Roth!

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