Die Hitzeschlacht – Mitteldistanz Hannover – Teil 1

Vor jedem Saisonhöhepunkt empfiehlt es sich unbedingt einen Testwettkampf zu machen –  das ist meine Meinung. Dieser sollte natürlich ein paar Wochen vor dem großen Auftritt stattfinden. Dann offenbaren sich rechtzeitig etwaige, eklatante Mängel, beispielsweise beim Material oder, was noch viel schlimmer ist, hinsichtlich der eignen Form. In der Folge hätte man für den Feinschliff noch ein wenig Zeit. Neben dem Form- und Materialtest ist es aber auch einfach wichtig in den Wettkampfablauf hinzufinden.

Gestaltet man das Training auch noch so hart, geht doch nichts über ein Event, bei dem sich der Athlet auf Herz und Nieren prüfen kann. Mein Saisonhöhepunt für 2011 ist Roth. Die Jahre zuvor waren auch meine anderen beiden IRONMAN-Starts  Anfang Juli. Daher passt der Limmer-Triathlon bei Hannover sehr gut in meine Planung und man konnte mich auch dieses Jahr wieder in der Nähe der Herrenhäuser Gärten Schwimmen, Rad fahren und Laufen sehen. Und so war’s …..

Anders als in den Jahren zuvor, startete ich leider ohne die Weiße Feder, einer meiner beiden besten Freunde, der weit jenseits des Weißwurst-Äquators wohnt. Dafür erhielt ich tatkräftige Unterstützung von meiner besseren Hälfte.

Wie immer, war ich mal wieder spät dran. Beim Start in Hamburg wollte mir das Google-Navi versichern, wir würden erst Punkt 10 Uhr anlanden. Ich erinnerte mich: Unterlagen sind bis 10 Uhr abzuholen, der Platz in der Wechselzone mit den Sachen bis 10:45 zu bestücken und der Start würde auch nicht mehr lange auf sich warten. Dazu kommen noch die Wege zwischen Parkplatz, Wechselzone, Schwimmstart etc. Noch bevor es richtig losging, erlitt ich einen kleinen stressbedingten Andrenalinstoß. Aber schon um 9:45 erreichten wir das Ziel – trotz eines kleinen Verfahrers. Puh! Schnell die Unterlagen abgeholt (vielen Dank an meinen Landesverband für die Mühen mir per Mail einen Bestätigung zu schicken, dass ich ein registrierter Startpass-Inhaber bin) zurück zum Parkplatz, das Rad präpariert, Wechselsachen in die IKEA-Tüte gestopft und wieder ab zum Check-In. Das Zeiteisen zeigte geschmeidige 10:25 Uhr und in Anbetracht meiner Startzeit hatte ich mehr als genug Zeit  – um 12 Uhr sollte es losgehen. Man, war ich gut in der Zeit. Letztes Jahr wollten sie uns noch eine gelbe Karte geben, weil wir zu spät dran waren. :-/

Ein Phänomen muss ich hier mal ganz kurz schildern. Wie immer scheinen einige Athleten ein regelrechtes Picknick in der T-Zone veranstalten zu wollen – so viel Platz brauchen Handtuch, 1-2 paar Schuhe, Helm und ein paar andere Utensilien nicht. Statt sich im Querformat breit zu machen, kann man auch in der Vertikalen arbeiten. Echt!

Nach der Wettkampfbesprechung instruierte ich meine Süße noch kurz, wo man sich zum Anfeuern und Fotografieren gut positionieren kann. Kurz vor dem Schwimmstart quetschte ich mich in meinen Neo und verabschiedete mich von meiner Freundin. Im Wasser musste ich leider feststellen, dass meine Uhr ganz offensichtlich nicht mehr wasserdicht war. Langsam versank die Anzeige im eindringenden Wasser. Na toll, jetzt würde ich also die komplette Mitteldistanz nach Gefühl abreißen müssen. Aber was soll’s, sich jetzt zu ärger oder “Panik” zu schieben, würde die Situation auch nicht verbessern. Zudem haben die Triathlon-Pioniere früher auch keine Pulsuhren gehabt. Zudem wäre es eine sehr interessante Erfahrung nur nach Gefühl dosiert ans Limit zu gehen.

12 Uhr! und das Wasser kochte. Schnell hatte ich eine gute Position erwischt und konnte mich so aus dem blöden Gehackte komplett heraushalten. Das spart Nerven und Kräfte. Ich schwamm nicht zu druckvoll, kam aber gut voran; 2,3 Athleten musste ich ziehen lassen. Gefühlt zügig hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen.  Noch erstaunlich munter rannte ich die schier endlos Gerade in die T-Zone, pellte mich aus dem Neo, schnappte mir mein Rad und pedalierte, von meiner Freundin bejubelt los. 3 x 30km Asphalt warteten auf mich.

Zum Bike-Part geht’s hier entlang!

 

 

Veröffentlicht von

Schwimmt, fährt Rad und läuft!

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Das Jahr 2011 - Tops und Flops | kummerani

Schreib einen Kommentar