Finale ohooo – jetzt wird getapert!

Trainingstechnisch befinde ich mich gerade auf der Zielgeraden. Ein herrliches Gefühl! Bald ist es (mal wieder) vorbei! Tapering ist das Zauberwort. Darunter hab ich früher immer verstanden, zwei bis drei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt die Beine hochlegen zu dürfen. Doch weit gefehlt. Es steckt viel mehr dahinter.

Tapern bedeutet ja so viel, wie etwas “zuspitzen”  und bezieht sich auf die Leistung des Athleten. Wie man das am besten macht, darüber kann man eine Doktorarbeit schreiben; quick n’ dirty: die Intensität der letzten Einheiten nimmt zu, der Umfang ab. Gordo unterteilt grob in drei Phasen: Nach den beiden harten Build-Phasen kommt eine Ruhewoche mit einem sehr reduzierten Umfang und einer Einheit im Wettkampftempo. Es folgen dann zwei Peak-Wochen und eine Woche aktive Ruhe. Da macht man dann in der Tat fast nüscht mehr. In den zwei Wochen zuvor rummst es aber noch mal gewaltig im Karton.

An sich gibt es in den beiden Peak-Wochen je zwei Keysessions, bei denen unmittelbar nach dem Radfahren noch eine Laufeinheit anschließt. Dazwischen sollte man mind. 72h pausieren. Als beruftstätiger Athlet ist das schwer, wenn man erst frühesten 19 Uhr auf dem Rad sitzen kann. Also hab ich wie gehabt am Wochenende eine Doppel-Koppel-Einheit hingelegt. Samstag 120km Rad und einen anschließenden 70min-Lauf – hier hab ich schon 20min weggelassen. Die Radeinheit war ja noch akzeptabel, auch wenn ich mich schon am Anfang nicht so dolle fühlte und mein Magen wieder im letzten 1/4  nicht so ganz gespielte.  Leider trat das auch schon letzte Woche auf und ich kann nur mutmaßen, dass es zum einen an den Powerbar-Riegeln lag und zum anderen an dem leicht überzogenen Tempo. Nach einer kurzen Pause in der Wohnung quälte ich mich zum Laufen.

Kein Sch****, das ist das erste Mal, dass ich überhaupt keine Lust hatte zu trainieren und entsprechend geriet der Lauf zu einem halben Desaster. Ich konnte mich einfach nicht richtig “quälen”. Sollte ich locker starten und zum Schluss stark finishen, lief ich die ganze Zeit mehr oder weniger hochpulsig durch die Gegend. Gut! Dann kürze ich eben ab und laufe den Rest zügig im oberen Wettkampftempo nach Hause, dachte ich mir. Nach 1,5 Minuten wurde es mir richtig komisch im Magen. Da! Ein Parkbank! Dieser Einladung konnte ich einfach nicht ausschlagen. Himmel! Das ist mir noch nie passiert. Und so saß ich da und fiel mit mir in sein Zwiegespräch. Ausgerechnt jetzt, kurz vor Roth- kann ja wohl nicht wahr sein! Was hast Du falsch gemacht. Warum tust Du Dir das immer wieder an. usw….. Den Rest lief ich dann locker nach Hause. Eine Einheit zum vergessen und der Ausblick auf den nächsten Tag macht mir bereits Sorgen: 5h Rad + 20-30min Laufen.

Am nächsten Tag schien dann aber zum Glück die Sonne, so oder so. Die Beine waren fit und das Wetter war ein Traum – wenig Wind, viel Sonne und nicht zu heiß. Die große Runde wurde ein echter Genuss. Im lockeren GA1-Tempo mit kleinen Zwischenspurts pedalierten sich die 144km fast wie von selbst. Mit leichten müden Beinen nahm ich dann am späten Nachmittag  auch noch die 5,8 Lauf-Km in Angriff. Schlimm, wie trügerisch die Laufgeschwindigkeit sein kann. So kam ich mir auf den ersten Kilometern so dergestaltig lahm vor, dass es mir fast unangenehm war, überhaupt unterwegs zu sein. Darunter leiden natürlich die weiteren Kilometer. In Roth muss ich mich wirklich zusammen-reißen, wenn ich die zweite Marathon-Häfte schneller laufen will. Auf den 5,8km hab ich mich wahrlich nicht mir Ruhm bekleckert – blieb aber noch unter einem 5er-Schnitt. Dafür war ich aber auch einfach noch zu kaputt von der letzten Koppeleinheit, der langen Radrunde und der mittlerweile warmen Temperaturen. WASSER! HEISS! WILL NICHT MEHR! Zu Hause angekommen, wartete schon die zwei Phasen-Erholung auf mich: eine kalte Dusche und eine leckere Schlemmer-Eis-Tüte zusammen mit meiner Süßen beim Eis-Dealer unseres Vertrauens. Zwar nicht die passende Recovery-Nahrung nach einer langen Einheit, aber die richtige für diesen Moment!

Diese Woche muss ich noch mal ein wenig ran: Mitte der Woche eine 3:45h lange Koppeleinheit, gefolgt von einer sehr kurzen, zackigen Einheit am Sonntag; glaube, so um die 2h ingesamt + ein paar anderen Kleinigkeiten – also erst klotzen, dann kleckern. 😉

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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