Challenge Roth – Zwischen Himmel und Hölle

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Beim Schwimmen blieb ich zum Glück von einer größeren Kneipenschlägerei verschont. Nicht zuletzt hilft da die Teilung des Starterfeld in einzelne Gruppen. Bein Schwimmen gilt immer: Gewinnen kannst du dein Rennen nicht, verlieren aber schon! Daher gilt die Devise – zügig aber irgendwie locker durchkommen.

Bis zur ersten Boje klappte das auch wunderbar. Gut 21min Rennzeit zeigte meine Polar an. Puls? Ok. Läuft ja wie ein Heimspiel. Weiter so! Da entdeckte ich meine Supporter am “Beckenrand” Und schon zuckte es in meiner linken Wade. Bitte, kein Krampf! Aber schon war er da. Bei dem Versuch mein Bein wieder locker zu schwimmen, verlor ich meine Gruppe. Mist. Nach ein paar Minuten wurde es besser. Nach der zweiten Boje, gut 300m vor dem Ausstieg dann der Super-GAU. Das rechte Bein blockierte komplett. Es fühlte sich an wie eine Betonsäule. Und so schwamm es sich auch. So ein Riesenmist. Jetzt bloß keine Panik, das wird schon wieder. Ich war selten so froh eine Hand eines Helfers am Ausstieg zu erwischen, der mich aus den Fluten zog – nach 59:35min. Baywatch bei der Challenge! Mit dem Kleiderbeutel lief ich ins Wechselzelt, pellte mich mit immer noch verkrampfter Wade aus dem Neo und lief zum Rad. Rein in die Schuhe, zum Ausgang gerannt und ab auf die 180km. Zum Glück zickten meine Beine nicht mehr rum. (Notiz an mich: 2012 ist ein neuer Neo fällig – der alte ist einfach zu eng an den Beinen!) Auf den Bilder kann gut sehen, wie ich den Anschluss verliere. :(

Nun galt: Locker die erste Runde angehen, die zweite Runde das Tempo forcieren. Die ersten Km wollte der Puls natürlich gar nicht runter. Im Picknick-Tempo bummelte ich die ersten Kilometer ab – zwitschert mir da ein Gel, hier ein Riegel rein. Trank brav Wasser und Iso und sah dem Puls sich beruhigen. Langsam nah ich Fahrt auf und … geriet in einen “Reisegruppe” – gut 10 Mann und Frau stark. Ich versuchte natürlich nicht zu lutschen. Aber hier die exakten Maße der Windschattenbox von 10mx3m einzuhalten ist nicht immer ganz einfach. So fuhr ich mal links, mal rechts von der Gruppe. Das sahen wohl auch die Wettkampfrichter, die prompt neben uns fuhren. Meine Versuche die Gruppe zu überholen, waren aber meist nach ein paar Metern wieder zunichte. Also Kraft sparen. Oft nahm ich Druck vom Pedal und rollerte die Strecke entlang. Am Kalvarienberg mit seinen 10% hängte ich sie schließlich ab…nur damit sie mich kurz vor Ende der letzten Runde wieder stellen konnten. Mist! Und immer mit dabei das Team “Alter Sack” :). Nach einem weiteren kleinen Anstieg kam dann endlich der Solarerberg – Hammer! Nur Menschen, kein Asphalt war zu sehen. Unglaublich! Die Massen jubelten uns frenetisch zu – eine Wahnsinnsstimmung. Mitten aus dem Getöse hörte ich noch meinen Namen – das war dann in der Tat meine Freundin. Sehen konnte ich sie nicht, dafür musste ich zu sehr aufpassen, wohin ich fuhr – denn es wurde im Menschenspalier richtig eng. Nach den Krämpfen beim Schwimmen erreichte mich nun die nächste Krise! Die zweite Runde wurde ab Km 120 leider ein wenig schleppender.Ich hatte gehofft davon verschont zu bleiben. In FRA hab ich richtig Federn lassen müssen. Zumal mich mein Kumpel auch noch mit ordentlich Druck abservierte. Aber Heute? Ich  hatte sicherlich nicht überpaced. Fuhr ich die Anstiege in der ersten Runde noch auf dem großen Blatt hoch, war das 39er ab sofort das Mittel meiner Wahl. Am Kalvarien und seinen fünf kleinen Kuppen fing ich schon an zu zweifeln: Was hatte ich schon wieder falsch gemacht? Ich hab mich doch zurückgehalten, gegessen und getrunken – aber ausreichend? (Ich vermute im Nachhinein, dass hier der Fehler lag.) Ich suchte mir nun Athleten, mit denen ich das Tempo relativ gut mitgehen konnte (nat. mit ausreichend Abstand – ist ja Ehrensache!).

 Ab 150km kam die Kraft zurück.  Am Solarerberg rief ich dann meinen Supporter ein “Ich hab (Zeit) verloren zu!” was bei einigen ein wenig falsch verstanden wurde – von wegen, es sei alles vorbei und ich steige ab…oder so. Phil, mein Tages-Coach, redete mir noch mal gut zu. Noch 27km bis zur Wechselzone – sollte ich doch noch unter 5h auf der Radstrecke bleiben. Ja! Mit einer offiziellen Zeit von 4:59:54h stieg ich von meinem Esel. Das war knapp aber die Sub5 ist eingeloggt.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke. Und das Finale ist schon in Arbeit.

    Ja. Ich freu mich auch schon auf 2012. Gerade wenn man sich das neue Video von der Challenge anschaut, was Tri2b.com geschnitten hat, könnte man gleich wieder loslegen. 😉 Aber erst mal entspannt den Rest der Saison genießen.

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