Letztes Gefecht 2011 – Tribühne Triathlon

IMAG1178

So….das war’s also – die Saison 2011 wurde gestern Nachmittag um 17:06 Uhr bei Überquerung der Ziellinie offiziell für beendet erklärt.

Die Saison 2011 nach Roth einfach auslaufen lassen wollte ich nicht und kurz entschlossen hatte ich mich Mitte August noch für einen Start beim TriBühne Triathlon Norderstedt über die OD entschieden. Geplant war, dass ich mich noch mal soweit es möglich ist in “Topform” bringe, um mit geballter Kraft ein gutes Resultat in den Asphalt zu brennen – ja, vielleicht sogar einen Podiumsplatz zu ergattern. Naja, das Wetter und allem voran die Motivation ließen zu wünschen übrig, so dass ich meine Ambitionen ein wenig herunterschraubte. Letztlich hatte ich einfach nur Lust mich mit zwei Freunden so gut es eben geht zu quälen.

Doch bevor es in die letzte Schlacht ging, machte ich noch die freudige Bekanntschaft mit einem Hamburger Triathleten, mit dem ich sonst locker via Twitter und Facebook in Kontakt stand. Während ich auf dem Parkplatz mein Rad zusammenschraubte, kam mir fröhlich der sympathische Heiko entgegen und fragte, ob ich Kummerani sein. Klar, bin das! Schön: Online meets Offline. Wir plauschten noch kurz miteinander und dann ging’s in die Wechselzone, in der sich Max und Boris schon mal ausgebreitet hatten.

Start war um 14:50. Schon bei der Auftaktdisziplin verließ ich nach gut 200m die Komfortzone. Ich kam mir beim Schwimmen selten so schäbig und lahm vor; das war das Grauen. Kein Rhythmus, keine Kraft, kein Zug – nichts hat gestimmt. 1500m und 22:27min später hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen und stolperte in die Wechselzone. Mühsam schälte ich mich aus dem Neo, wobei mir auch noch eine miese, spontane Muskelverhärtung das Leben schwer machte. Plötzlich raschelte es unmittelbar neben mir… Max! Man, was ist denn hier los. “Kummer….du Maschine!” keuchte er in meine Richtung. Ja, wer hier wohl die Maschine istSch****! Ich suchte das Weite und humpelte die gefühlt 100km lange Wechselzone runter. Unfassbar…und das auch noch komplett auf Asphalt. (Jetzt weiß ich auch, wieso meine Füße am Ende schmerzten…sicher nicht von den Schuhen.)

Hier zu starten war eine Premiere in doppelter Hinsicht. Zum einen bin ich hier dort noch nie gestartet und zum anderen wechselte ich zum ersten Mal aufs Rad, ohne meine Radschuhe vorher in der T-Zone anzuziehen. Ich höre schön die Buh-Rufe. Jeder “normale” Triathlet wechselt barfuß aufs Rad, und die hiesigen Verhältnisse machten es wirklich erforderlich. 300m+ in Radschuhe auf Asphalt zu laufen, wäre kein Spaß gewesen. Ich kam sogar recht zügig in meine Schuhe und kann mich mit dieser Art zu wechselt gut anfreunden. Noch “leicht” hochpulsig nahm ich also die 4 Runde à 10km in Angriff. Auf meine Beine konnte ich wenig Rücksicht nehmen. Ich hoffte Max und Boris ein wenig distanzieren zu können. Die Ernüchterung kam gleich nach dem ersten Wendepunkt: Max war mir auf den Fersen. Boris lag nur ein Stückchen weiter zurück. Ich drückte aufs Pedal was ging…und wurde letztlich belohnt. Knappe 4min auf Max und gut 5min auf Boris konnte ich herausfahren. Radsplit: 1:01:47.

Wieder ging’s die unsäglich lange Wechselzone herunter. Da hat doch jemand nochmal Asphalt rangebaut?! Der Weg zu meinem Platz erschien mir noch länger… So. Schnell in die Socken und Schuhe rein, Cap auf den Kopf, Gel in den Hosenbund gesteckt und losgekeucht – 3:36min für T2! – die 60. schlechteste Zeit aller 196 Teilnehmer. Ja, da ist noch Luft nach oben.

Beim Laufen bin ich nicht wirklich gut in Tritt gekommen. Aber es waren ja zum Glück nur 10km. Kaputt nach 4km fragte ich mich, wie ich den abschließenden Marathon in Roth geschafft hatte. Die erste Hälfte lief ich dort mit einen soliden 4:50er Schnitt. Hier war ich nur unwesentlich schneller. Auf den nächsten Kilometern wankte ich zwischen “Jetzt gibt noch mal alles!” (also bis zur K****-Grenze) und “Such dir nen Vordermann mit gutem Tempo und häng dich rein!”. Aber leider fand ich niemanden mit akkuratem Tempo,  bei dem ich gerade noch so hätte mithalten können. Letztlich motivierte mich Max, den ich beim Laufen anfangs nicht wirklich abhängen konnte. Hochgerechnet, blieb der Abstand nach den ersten Wendepunkt ziemlich konstant. Aber schneller ging es leider nicht – auch nicht, als mich Heiko vom Rad aus anfeuerte. Mein Puls hatte sich seit geraumer Zeit bei 170-174 aufgehängt. Die letzten 2km hechelte ich hörbar in Richtung Ziellinie. Erstaunlich, was dann doch immer noch geht. (Notiz an mich: Quäl dich mehr im Training!)

Die Zeitmessung stoppte bei 2:16:39 – Platz 8 in der Gesamtwertung. Ein Resultat, mit dem ich ganz gut leben kann. Das einzig Deprimierende ist das Laufen. Seit Jahren stagniert die Leistung. Mist! Für den Winter und die kommende Saison werde ich mir etwas überlegen müssen. Tages- und Eventfazit: Der Tribühne ist ein kleiner, netter, familiärer Wettkampf für einen recht schmalen Euro (39€). Zu beachten ist: Auf der Radstrecke gibt es keine Verpflegung. Beim Laufen werden lediglich Iso und Wasser gereicht. Mehr braucht man m.E. auch nicht. Die Strecke ist wegen ihrer Wechselpunkte ein wenig öde dafür aber zuschauerfreundlich. Im Zielbereich gab’s gewohnte Verpflegung: Obst und Kuchen, Wasser und Iso. Ich hätte gerne noch nen Bierstand (alkoholfrei natürlich) gehabt. Sonst ist die Orga tiptop. Bis zum nächsten Jahr.

 

 

Veröffentlicht von

Schwimmt, fährt Rad und läuft!

Hinterlasse eine Antwort


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>