Der DNA auf der Spur – Adrenaline GTS 11

GTS11 - Zum Anbeißen

Was macht man an einem sonnigen Wochenende? Na klar, laufen! Zeit für mich den aktuellen Sprössling der Adrenaline-Dynastie auf den Zahn oder vielmehr auf den Schuh zu fühlen…wenn auch nur für gerade mal gemütliche 11km. Schließlich befinde ich mich gerade in der Übergangsphase und da gehört das Kilometerschrubben noch nicht zur Tagesordnung. Das aber fällt einem als Messenger of Run Happy, der das Privileg genießt famoses Schuhwerk auf Sohle und Schnürsenkel testen zu dürfen, nicht immer ganz leicht – steht doch schon im Läufer-Evangelium: Der Material ist willig, doch der Trainingsplan ist schwach. 😉 Und der Adrenaline GTS 11 macht da keine Ausnahmen. Wie schon der Racer ST 5 machten schon die ersten Meter Lust auf mehr – und zwar mehr Kilometer.

Der erste Eindruck

Der Testkandidat ist bekanntlich ein Supporter, gemacht für Läufer, die eine gewisse Stütze benötigen, zu denen ich nunmal auch gehöre. Das Gewicht von Supportschuhe korrespondiert meist mit einem mehr oder weniger korpulenten Äußeren. Auch wenn der Adrenaline keine filigrane Erscheinung ist, hält sich das Gewichte doch noch in Grenzen. Bei einer Größe von US13 hängen am Läuferfuß 387g. Das ist noch ok. Aber Gewicht hin oder her, meinen Füßen war es einerlei. Die erste Anprobe war für sie ein echter Genuss: Kaum steckten sie in die Schuhen, meinte ich von unten ein wohliges “Aaaaaahh!” zu vernehmen.

Die ersten Schritte

Manche lümmeln auf einem Sofa, ich laufen in einem Sofa. So in etwa lässt sich das Gefühl beschreiben. Assoziativ würde ich aber nicht soweit gehen, dass es sich um eines jener Möbel handelt, dessen Sitztiefe mit dem Marianengraben vergleichbar ist. Der Adrenalin kommt einem sportiven, straff bezogenen aber sehr bequemen Sitzmöbel gleich – nur eben für die Füße und wie geschaffen für lange Läufe. Das ist natürlich keine Magie. Das ist die Brooks DNA. Achtung! Jetzt wird’s wissenschaftlich.

DNA? Kennt man aus dem Bio-Unterricht: Ein Begriff, das den Artikulationsfähigkeiten einiges abverlangt: Des|oxy|ribo|nukle|in|säure – ein Biopolymer mit der Struktur einer Doppelhelix. Die DNA ist die Trägerin der Erbinformationen eines jeden Lebewesens und kann sich mitunter verändern. Aber was hat das mit Schuhen zu tun? Ähnlich einer echte DNA, kann sich auch die Brooks DNA an seine Umwelt –  d.h. an die spezifische Biomechanik, das Tempo und das Gewicht des Läufers – anpassen. Kurz: Sie mutiert. Das kommt der Laufperformance positiv entgegen.

Überrascht bin ich von dem sehr guten Abrollverhalten, dass der leicht voluminöse GTS zeigt. So ein positives Feedback verleitet mich ja immer, eine Trainingsrunde zu schnell anzulaufen. Diesmal ließ ich es mit einer 5:19 min/Km etwas gemächlicher angehen und pendelte mich im Laufe der 11km auf einem 5:33er Schnitt ein. Nach etwa 8km verspürte ich dann aber ein bis dato vergessenes, leicht unangenehmes Gefühl im rechten Vorfuß, genauer an den Mittelfußköpfchen. Einen leichten Druck, den ich das letzte Mal beim GTS 8 nach dem Ironman Schweiz 2008 verspürt hatte. – Kleiner historischer Exkurs: Der Orthopäde klärte mich damals über die Ursachen aus. Neben der individuellen podologischen Problematik, spielt auch der Schuh eine Rolle. Die Folge: Laufpause und Schuhwechsel. –  Bis heute bin ich beschwerdefrei geblieben. Nun bin ich ein wenig verunsichert, was die Tauglichkeit des Schuhs für mich persönlich betrifft. Genaueres kann ich daher erst nach weiteren Läufen sagen.

Fazit: Der Adrenaline GTS 11 fühlt sich (erst mal) super am Fuß an und ist nicht zu schwer. Aufgrund seiner farblichen Neutralität kann er gut zu allen Klamotten kombiniert werden. Insgesamt ist der Schuh sehr gut gelungen und für (fast) jeden Spaß zu haben.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Habe den Adrenaline GTS 11 auch im Test und bin begeistert – der ist echt klasse. Das Gefühl im Vorfuß habe ich zum Glück nicht. Der Trance 10 ist noch ein Tick bequemer – um in Deinem Vergleich zu bleiben – der Trance 10 ist ein Bett:)
    Grüße

    Bernd

  2. Hey Bernd. Ich weiß gar nicht, ob ich unbedingt einen weicheren oder bequemeren Schuh benötige. An sich ist der GTS11 schon vollkommen ok, Der letzte Lauf war auch recht ordentlich und ich hatte keinen weiteren Probleme. Ich denke, es ist ein (fast) rein podologischen Problem. Seit einer Woche mache ich wieder Übungen auf dem Kippelbrett, um den Fuß an sich zu trainieren.
    Nächste Woche werde ich mal den Mizuno an die Füße schnallen. Mal schauen, ob mein Fuß dann auch Laut gibt.

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