Oldie but goldie – Polar 725x

Eine gute Frage hat Heiko von ‘Laufe Marathon’ gestellt : Was muss eine gute Pulsuhr alles können? Es ist ja so, dass, je ambitionierter man Unterwegs ist, die Ansprüche steigen und….damit leider auch die finanzielle Belastung. Ich trage seit fast 6 oder 7 Jahren eine Polar an meinem Handgelenk. Zuerst war es die S710, für die ich damals über 250€ auf den Tresen blätterte. Für einen armen Studenten ne Stange Geld. Wie bei allen Gebrauchsgegenständen nagte der Zahn der Zeit an dem Objekt. Irgendwann wurde die Platine ausgetauscht, ein paar Jahre später der Body. Die S710 wurde so zu einer S720 – fast ohne Zuzahlung. Da leistet der Polar-Kundenservice eine phänomenale Arbeit. Danke.

Leider, leider segnete meinen alten Kameraden in Hannover das Zeitliche: Wasserschaden. Ich stand vor der Entscheidung mir ein komplett anderes Modell, Marke usw. zu kaufen oder nochmal auf bewährte Technologie zurückzugreifen. In Anbetracht der Preise hatte ich mir dann doch lieber das Auslaufmodell der S-Serie zugelegt: die S725x.

Bei all den vielen, neuen, tollen Modellen muss man sich ja fragen, reicht mir technisch das, was vor 6,7 Jahren Stand der Technik war jetzt noch aus? Was muss also eine Uhr können?

  • wasserdicht
  • Puls (Max. & Avg.)
  • Übermittlung und Auswertung der Trainingsdaten mit einer übersichtlichen Software
  • gut lesbares, großes, beleuchtetes Display
  • guter Kundenservice
  • personenbezogene (Alter, Gewicht, Geschlecht etc.) Einstellungen
  • intuitive Bedienung statt Funktionsdschungel
  • Höhenmesser
  • Temperatur
  • Konfiguration von Trainingsplänen

Nice to have aber nicht zwingend notwendig sind:

  • GPS – dafür hab ich Endomondo -somit brauche ich auch keine Pace, Lap-Anzeige beim Laufen.
  • Trittfrequenz – hatte ich noch nie. Ein Sensor liegt zwar zu Hause, angebaut hab ich ihn nie.
  • Kalorienverbrauch (ist eh nur ein Näherungswert)

Für die Zukunft:

  • Wattmessung
  • automatische Pause (z.B. beim Radfahren – hat die 725x leider nicht)
  • multisporttauglich – bisher bin ich zwar gut ohne dieses Feature ausgekommen, aber ich könnte mich damit schon anfreunden.
  • Herzfrequenzvariabilität
  • Energieversorgung über einen Akku. Damit würde der lästige Batteriewechsel entfallen.

Unterm Strich: Mit der guten, alten Polar S725x komme ich bisher sehr gut klar. Nur eine Sache stört mich und ich haben bisher kein Mittel dagegen gefunden: Flattert das Trikot oder reibt ein lockeres Laufshirt am Brustgurt, ist die Übertragung gestört. Das nervt manchmal sehr. Aber sonst verrichtet sie klaglos ihre Dienste. Was will man mehr. Doch es hat sich viel auf dem Markt getan und daher würden mich auch mal andere Modelle reizen. Insbesondere die Polar RCX5 , der Forerunner 610 von Garmin oder aber auch der Suunto T6d mit GPS. Was mich abschreckt, sind die hohen (vielleicht auch gerechtfertigten) Preise. Bisher habe ich noch keinen echten, zwingenden Grund gesehen, mir ein Gerät zuzulegen, mit dem ich technisch auf dem neuesten Stand wäre. Trotzdem würde es mich natürlich reizen, mal so ein Gerät genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Appetit kommt ja bekanntlich beim Essen. Die suchen nicht zufällig Sportler, die ihre Geräte auf Herz und Nieren testen? 😉

Ein Frage bleibt zum Schluss. Verlieren wir nicht zwischen all den Funktionen der Uhr und Blicken auf die Kommandozentrale an unserem Handgelenk irgendwann das Gefühl für unseren Körper?

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe die Forerunner 405. Bin damit sehr zufrieden, wenn ich auch die Verarbeitung schon in meinem Blog (www.twnblog.de) schon bemängelt habe. Was mir auffällt: Ich mag das Feature GPS-Aufzeichnung ziemlich gerne, nutze es aber kaum zur Auswertung. Ist halt ein nettes Beiwerk zu sehen, wo man schlapp war, wo der Puls hoch ging usw…
    Da ich erst seit diesem Frühjahr laufe, kann ich sagen, dass mich die Uhr anfangs gut bremste. Ich wollte halt zu schnell, zu viel, zu weit… Ich habe keine Ahnung was wäre, wenn ich nach meinem Gefühl trainiert hätte, bin aber mit dem Ergebnis derzeit zufrieden.

  2. Ja, das mit dem Gefühl ist so eine Sache. Manche sagen, man sollte auf als "Anfänger" auf eine Pulsuhr verzichten, wiederum kann es ein ganz nützliches Tool sein. Helfen kann einem in der Tat, wenn man nach Atmenfrequenz läuft. Bei 4 Schritten (und mehr) je Atemzug ist die Welt noch in Ordnung. Fängt man an zu hecheln, sollte man dringend das Tempo drosseln.
    Was mir leider bei Endomondo fehlt, ist die Korrelation zwischen Puls und Speed, da die App eben nicht den Puls aufzeichnet. Das geht nur, wenn ich einen Bluetooth fähigen Brustgurt nutzen würde. Aber darauf kann ich erst mal verzichten. Irgendwann kommt eine neue Uhr mit tollen, neuen Features.
    Btw. der Forerunner 405 ist aber lediglich eine Uhr für Läufer, oder?

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