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Es ist wahrlich ein Kreuz mit der Form. Kaum ist sie da, ist sie schon wieder weg und der ganze Affentanz beginnt von vor. Es ist zum Heulen. Da trainiert man das ganze Jahr und bereitet sich im Rahmen des Möglichen akribisch auf seinen Saisonhöhepunkt vor und nur 3 Monate später ist die Form geschmolzen, wie die Butter in der Sonne. Sicher, ich verstehe schon, dass der Körper auch mal eine Ruhephase benötigt und je älter man wird, desto deutlicher vermittelt er (der Körper) mir sein Bedürfnis nach Ruhe. Aber muss denn der Leistungsverfall so enorm sein? Mich verunsichert das persönlich sehr. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass ich nicht nur an der Form, sondern auch mehr und mehr an meiner Technik zweifle. Für mich ist es eine ganz einfache Rechnung: Je sauberer der Laufstil, desto mehr Kraft spart man, desto schneller bewegt man sich von A nach B. Ehrlich gesagt, hab ich gar keine Ahnung, wie gut oder wie schlecht mein Stil ist. Ich sehe mich lediglich auf ein paar Bildern. Und was sehe ich dort? In jedem Fall Verbesserungspotential.

Auf dem ersten Blick scheine ich ein Fersenläufer zu sein. Der Kniehub ist kaum zu erkennen, die Armhaltung ist auch nicht das Gelbe vom Ei – einfach ein Kessel Buntes in einem paar Laufschuhe. Und wenn ich mir dagegen mal das Video vom Laufcoach Wolfgang Bunz (hier bei Triathlon-TippsTV) anschauen, hab ich echt Tränen in den Augen.

Das sieht schon sehr locker und flockig aus. Wunschdenken, dahin zu kommen. Aber man muss sich ja seine Ziele möglichst hoch stecken. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie ich meinen Laufstil verbessern kann. Ich befürchte fast, dass es kaum ohne professionelle Hilfe geht. Gut. Natürlich muss ich erst mal schauen, was es zu verbessern gibt.

Wie sind da eure Erfahrungen? Habt ihr mal ein Laufseminar besucht? Reicht mitunter ein Lauftreff mit Athleten in der eigenen Preisklasse, mit bei denen man sich untereinander austauschen könnte? Dann bräuchte ich dringend mal einen Tipp, wo ich im Hamburger Norden einen guten Lauftreff finde. Mich würde auch mal persönliche Erfahrungen mit Lauf-ABC, Bergläufen (die gibt es in Hamburg leider nicht) und vielleicht auch anderen, womöglich revolutionären Trainingsansätzen interessieren.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Naja, ob ich soweit reisen werden…hmmm. Aber mal schauen, ob ich hier nicht etwas Vernünftiges auftreiben kann. Ich denke auch, dass Training in der Gruppe viel bringen kann….wenn man denn technisch gute Läufer dabei hat.

  1. Da braucht es keinen revolutionären Trainingsansatz, sondern nur Übung und vor allem Disziplin!

    Einfach bei jedem lockeren Lauf den Du machst 2-3 Übungen aus dem Lauf-ABC einbauen, konsequent darauf achten "sauber" zu Laufen und schon kommt man der Sache recht nahe.
    So gut wie im Video schaut es nämlich auch bei den wenigsten richtig schnell Läufern aus, des wegen nicht gleich den Mut verlieren.
    Bei mir war es übrigens so das ich fast 6 Monate gebraucht habe mir einen neuen Laufstil anzueignen. Was mir auch extrem auffiel, zumindest am Anfang, war die Tatsache dass das neue Laufen mich deutlich mehr Beansprucht hat als mein alter Stil.

  2. Ich möchte unbedingt ein Laufseminar besuchen, leider gibt es mein Wunschseminar nur in Hannover, und zudem möchte ich auch eine Laufanalyse machen lassen. Ich erhoffe mir davon sehr viel, vor allem die Arbeit an einem natürlicheren und gesünderen Laufstil; außerdem kann man ja nie genug wissen.

    Das mit der Formkurve und dem Selbsteindruck ist vielleicht auch die Jahreszeit!? Lass dich davon nicht unterkriegen! Du hast doch diese Saison viel erreicht und klar gibt es immer Verbesserungspotential, aber… Eine Auszeit tut gut, vielleicht solltest du einfach mal ausspannen?

    Ich bin ein Lauf-ABC Schwänzer, weiß aber, warum es nötig ist und seit meinem Bandscheibenvorfall ist das auch wieder Bestandteil meines Trainingsplans mit Lightweighttrainern. Da spürt man dann mal endlich wieder seine Fußmuskeln!

    Bergläufe – also wir haben ja hier keine so richtigen Berge, aber kleine Anstiege, will ich sie schon mal nennen, an denen man sich hoch und runter etwas 50m austoben kann. Mag ich sehr für Intervalle, aber an meiner Lauftechnik versuche ich während normaler Läufe zu arbeiten.

    • Ja, vielleicht ist es auch nur die träge Melodie des Herbstblues, aber unterkriegen lasse ich mich davon sicher nicht. Aber Fakt ist, dass die Formkurve gerade mal die andere Richtung eingeschlagen hat. Das ist wohl normal, wenn man gerade nicht wirklich trainiert, sondern nur so vor sich "hinsportelt". Vielleicht muss ich auch mal eine ganz andere Sportart mit in mein Training einfließen lassen. Abwechslungen können ja wahre Wunder bewirken. Yoag bietet sich da ja an :). Naja, mal schauen.
      Was findet denn in Hannover statt – Natural running von Dr. Marquardt? Sein Laufbibel acker ich gerade durch. Ich denke, die Summe der Dinge (Laufbibel, Laufanalyse, Lauftreffs etc.) wird schon die richtige Mischung sein, die mich am Ende zufrieden stellt. Ich werde natürlich berichten. 😉

  3. Mit Dr. Marquardt habe ich mich auch eine Weile beschäftigt (gehöre ja zu den Leuten, die erst jegliches Equipment und Literatur kaufen, bevor sie realisieren, dass sie trotzdem immer noch selbst laufen müssen *damn*). Ich selbst habe bisher noch kein Laufseminar besucht, arbeite aber seit Beginn meiner "Jogging-Karriere" mit einem Trainer zusammen, der eben auf genau solche Dinge bei mir achtet. Und trotzdem, die Arme sind grundsätzlich ein Stück zu hoch (was ich versuche mit Gewichtsmanschetten auszugleichen), die Schultern ebenso (dagegen versuche ich mit Krafttraining für den Rücken anzukämpfen). Immerhin bin ich inzwischen – ohne besonders darauf zu achten – vom Vorderfußlaufen weg. Vielleicht reichen ja schon ein paar Stunden mit einem Trainer, um einmal auf die wichtigsten Punkte zu achten?
    Das Problem mit dem Formtief kenne ich auch nur zu gut, mir fiel es nach dem HM im August wahnsinnig schwer wieder "reinzukommen", momentan quäle ich mich durch die Läufe und versuche wann immer es geht eine Trainingseinheit durch Kraftsport zu ersetzen (nicht sonderlich hilfreich auf meinem Weg zum Marathon, aber ich bilde mir ein, es wäre immer noch besser, als gar nichts zu machen).

    • Haha. Auch keine schlechte Idee mit Gewichtsmanschetten die Armhaltung korrigieren zu wollen. Ich hoffe, das hilft und bringt nicht nur muskulöse Arme. 😉
      Mittlerweile bin ich aus dem Motivationstief heraus – zwangsweise, denn der Trainingsplan hat am 8.11 begonnen. Den verfolge ich aber erst mal nur sehr locker und prügel nicht jede Einheit durch. Schwach beginnen – stark aufhören. Neuerdings hab ich auch keine Stirnlampe, so dass ich auch abends laufen kann. Ausreden gibt es also keine mehr. Meine ersten Versuche mehr auf dem Vorfuß oder ganz bewusst auf dem Mittelfuß zu laufen – gepaart mit einem ausgiebigen Lauf-ABC – wurden mit einem gehörigen Muskelkater im Fuß quittiert. Ansonsten hat es sich aber sehr gut angefühlt.

  4. Hey Gazelle! generell geht es wohl darum, den Laufstil zu finden, der für Deinen Körper optimal ist! Nicht jede Achilles-Sehne / Wade kommt mit knallhartem Vorfusslauf klar! Mir hat ein winziges Detail im Bunz-Video für meinen Laufstil sehr viel gebracht: Das Knallen seiner Schritte! kriegt man als Fersenläufer naturgemäß nicht hin und ist ne super Orientierung im (Vorfuß-)Training – wenns nicht knallt, läufts falsch…
    Über den Hub mach dir keine Gedanken: die morgendliche Schwimmstrecke unseres heiß ersehnten Trainingscamps in F. endet am Strand mit recht weichem Sand – 3 barfusstrainings im Schienbeintiefen Sand und jeder Thaiboxer erblasst vor Neid…

    • Don B. aka Schinken,
      da magst du recht haben, dass nicht jeder Laufstil für jeden Läufer geeignet ist. Ich hab auch recht schnell gemerkt, dass extremes Vorfußlaufen nichts für mich ist – außer beim Sprinten. Daher tendiere ich eher zur Mittelfußtechnik – und jetzt wo du es sagst: Es klatscht auch bei mir jetzt mehr, als früher. Das merke ich besonders dann, wenn ich in den "alten" Stil verfalle. Anfangs war das Klatschen ein wenig gewöhnungsbedürftig aber nun beruhigend zu hören, dass es irgendwie dazu gehört. Yes! Auf das Fuerte Boot-Camp bin ich schwer gespannt, und schienbeintiefer Sand klingt amtlich. :)

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