SportApps für Android – Endomondo vs. runtastic

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Endlich komme ich dazu, meine angekündigte Reviewserie über Sportapps für Android zu schreiben. Meine ersten beiden Kandidaten sind: Endomondo und runtastic – jeweils in der Free-Version. Ich darf hier schon gleich vorwegnehmen, dass es sich um die funktional umfangreichsten Apps handelt. Das bedeutet aber nicht, dass die kommenden Apps weniger interessant sind.

Für welche Systeme?

Endomondo und runtastic sind für eine ganze Reihe von Betriebssystemen verfügbar – in ihrer Funktionalität aber sehr unterschiedlich.

  • Endomondo: Android, iOS, Windows mobile, Blackberry und sogar für NOKIA Ovi.
  • runtastic: iPhone, Android, Blackberry, Windows Phone 7 und Samsung bada

Installation

Einfach die App runterladen, installieren und dann eine der drei Optionen wählen, um sich zu registrieren: E-Mail, Facebook oder mit dem Konto, dass man sich im Vorfeld auf deren Website angelegt hat.

Einstellungen & Features 

Es wird langsam interessant. Denn hier fängt der Kampf um Alleinstellungsmerkmale an. Was kann also Endomondo, was runtastic nicht kann und umgekehrt?

  • Endomondo präsentiert sich hier als echtes Rundum-Sorglos-Paket: Neben den gängigen Einstellungen, wie Körpergewicht, Maßeinheiten (Km/Meilen), Hochladen auf Endomondo und Sharing auf Facebook/Twitter/E-Mail, gibt es eine ganze Reihe an wirklichen tollen Features: Auto-StopCountdownAudio-Coach (Ansage der Km-Durchgangszeiten), Peptalk (noch nicht ausprobiert) und umfangreiche Zubehöreinstellungen für z.B. einen Bluetooth-Brustgurt. Da bleiben quasi keine Wünsche unerfüllt.
  • Runtastic ist da ein wenig geiziger. Die allgemeinen Einstellungen  umfassen nur Maßeinheiten, Countdown, Sharing auf Twitter/Facebook /E-Mail und Benutzerdaten Die anderen und wesentlich interessanteren Features sind der Pro-Version vorenthalten: Sprachcoaching, Live Tracking, PulsGeo-Tagging, (hochladen von Bildern des Workouts). Ein komplette Übersicht aller Funktionen findet man hier.
  • Von nicht unerheblicher Bedeutung: Beide Apps verfügen über eine Unmenge an verschiedenen Sportarten, unter denen man seine Workouts starten und speichern kann. Ebenfalls erwähnenswert: Seine Musik lässt sich, während die App läuft, problemlos abspielen.
Das Workout

Schluss mit den Spielchen, jetzt geht’s ans Eingemachte. Wie schlagen sich die beiden Kandidaten im Test?
Beide finden zügig das GPS-Signal. Kurze Berührung der Starttaste und der Countdown wird bei Endomondo laut runtergezählt und der Sportler mit dem finalen Satz “Free your endorphins” auf die Strecke katapultiert. Zuverlässig bekommt der Läufer seine Zwischenzeiten angesagt. Ebenso erhält man akustisch eine Rückmeldung, wenn die App wegen eines Stopps pausiert oder umgekehrt man sich weiterbewegt.

Runtastic verrichtet seinen Dienst stumm und unauffällig. Das Fehlen der akustischen Zeitendurchsage, wird versucht mit einer umfangreichen grafischen Darstellung des Workouts auszugleichen. Das  kann durchaus nützlich sein, um die Entwicklung eines Laufes zu sehen – z.B. bei Intervallen, progressiven oder degressiven Läufen. Das Fehlen der Auto-Stop-Funktion nervt ein wenig, denn das muss man der App manuell zu verstehen geben – Handy raus, Konsole aktivieren, App entsperren und auf “Pause” drücken.

Ein wichtiger Punkt ist die Genauigkeit der Streckenmessung. Was ich bisher mit Freude feststellen konnte: Beide Apps zeichnen recht genau die Distanzen auf. Auch im Wald gibt es keinerlei Verbindungsprobleme. Lediglich bei Endomondo kam es ein- oder zweimal zu kleineren Ausreißer, die aber nicht der Rede wert waren.

Upload & Auswertung des Workouts

Während bei Endomondo dieser Prozess ohne Extras vonstatten geht, kann man bei runtastic noch ein Protokoll über die Einheit ausfüllen. Runtastic wird dadurch zu einem echten Trainingstagebuch. Kann sehr nützlich sein! In der App hat man dann einen guten Überblick, über alle seine Einheiten: Durchgangszeiten, Graphen fürs Höhenprofil, Pace, Puls (Pro Version) und Geschwindigkeit. Bei Endomondo kann man ebenfalls seine vergangenen Einheiten aufrufen (siehe Slideshow unten). Hier scheint es aber so zu sein, dass sie nach einer gewissen Zeit (in der App) gelöscht werden. Während meines Test mit runtastic vergingen gut 2 Wochen und als ich Endomondo starten wollte, musste ich mich neu einloggen und stellte daraufhin fest, dass der Verlauf gelöscht war. Ärgerlich.

Fazit

Beide Apps verfügen über sehr praktische Features. Endomondo hat für mich aber klar die Nase vor. Ein Trainingstagebuch, das runtastic anbietet, brauche ich z.B. nicht, denn meine Einheiten stelle ich später bei Trainingstagebuch.org  ein. Die Start-Stop-Funktion und der Audi-Coach sind bei Endomondo einfach unschlagbar. So spare ich mir eine teure Investition in eine neue Uhr, die genau das kann.

In der nächsten Ausgabe der App-Schau werde ich mal einen Blick auf SmartRunner und SportyPal werfen.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine wirklich gute und hilfreiche Zusammenstellung, auch wenn ich mit meinem Palm da etwas außen vor bin. Aber man muss ja auf dem Laufenden bleiben, falls ich mal umsteige. Auto-Stopp finde ich zum Beispiel sehr wichtig, ohne ging nicht, gerade bei den momentanen Temperaturen. Bin schon froh, wenn ich meine Uhr nciht drücken muss und die das allein bemerkt.
    Läufst du ganz ohne Uhr? Oder hast du als Ergänzung zu den Apps eine Pulsuhr um?

  2. Ähja! Genau :) Manchmal vergess ich das auch, bzw. versuche ich, wenn ich das splitternde Display sehe, obwohl ich es wie ein rohes Ei behandel…
    Aber nun zum Sport – boa nein, gpsies… das habe ich direkt beim ersten Versuch wieder aufgegeben.

  3. Super Test. Danke! Ich habe momentan auch beide installiert muss aber sagen, dass beide ab und zu Probleme haben mein GPSsignal zu finden. Bei Endomondo war ich irgendwann so genervt, dass ich mal 5min warten mußte und er mich dann nach dem Loslaufen erst nach einem Kilometer gefunden hat. Autostop habe ich auch aktiviert gehabt, hat jedoch nie funktioniert und der Countdown beim Laufstart existierte bei mir auch nicht, den gab es nur bei Runtastic. Hatte es auch ab und zu, dass die Musik nach einer Kilometerdurchsage nicht weiterlief, sondern erst wieder anfing, nachdem die nächste Kilometerdurchsage durch war. Bei Dir lief Endomondo wirklich ohne Probleme ab? Die Macken waren nämlich der einzige Grund, warum ich überhaupt mal Runtastic als Test benutzt habe.

    • Hi Tim, ja bei mir lief Endomondo ohne Problem. Oftmals hängt es auch vom Smartphonemodell ab und mit meinem HTC Legend hatte ich keine Probleme. Aber du hast recht, manchmal scheint die Suche nach dem GPS-Signal ein wenig länger zu dauern. Woran es liegt weiß ich nicht. Wetter, Wolken, SW-Version? Keine Ahnung. Ich werde Endomondo vorerst die Treue halt. Wobei ich sagen muss, runtastic hat eine sehr funktionelle Website. Da hat man mehr Möglichkeiten sein Training zu monitoren, als bei Endomondo. Das hängt m.E. damit zusammen, dass runtastic neben dem Tracking eben auch ein Trainingstagebuch ist.

  4. Endomondo-Update für WP7 (Ver. 6.0.0.2):

    Leider ist das vormals gute Endomondo nach dem Update im März 2012 vollig unbrauchbar geworden und für mich nun absolut nutzlos.

    Das Audio- und GPS-Modul sind so schlecht, dass man das Programm nicht mehr nutzen kann.

    Wirklich sehr schade. Hier wurde ein offensichtlich gutes Produkt NICHT weiterentwickelt, sondern wohl ein irgendetwas in ein WP7-App umgewandelt. Dabei ist ein riesen “Murks” entstanden.

    Ich nutze nun (wieder) runtastic, dass in der Kaufversion auch die Ansagen gut beherrscht.

    • Danke. Schön zu hören. Zum Glück sind Apps in der Regel nichts Statisches, sondern man passt sich den Wünschen der User an. Dann werde ich mal ein Update formulieren.

  5. Hey,
    kann mir jemand von euch sagen, ob runtastic ein akustisches Signal gibt, wenn ich unter Nutzung des Brustgurtes den eingestellten Herzfrequenzbereich verlasse?
    Dankö! Jana

    • im Gegensatz zu Edomondo gibt es bei Runtastic den sogenannten Pulsbereich. Ich denke ohne den ist jede App nutzlos denn man weiß ja nicht wo sich der Puls im Augenblick befindet. Runtastic kennt 5 Bereiche. Sobald du den Pulsbereich wechselst wird dir das akustisch mitgeteilt. Leider vermisse ich eine derart wichtige Info bei Edomondo! Für mich kommt Edomondo somit nicht in Frage…schade.

      • Moin Peter,

        ja der “Pulsbereich” ist ein wichtiges Feature. Früher hat man nach % der Herzmax trainiert – und letztlich ist der graphisch dargestellte Pulsbereich nichts anderes. In der Regel hat man aber seine Werte im Kopf und dann gibt es ja noch das “innere Gefühl” 😉
        Ich gebe aber zu bedenken, dass der Artikel schon etwas älter und “damals” keiner der beiden Apps dieses Feature aufweisen konnte. Genau genommen, müsste ich nach jedem Update den Artikel an passen. Das ist mir allerdings etwas zu mühselig. Das bitte ich zu entschuldigen.
        Ahoi
        Christoph

  6. Danke für die Tips, habe jetzt erst begonnen mit Endomundo. Muss ich denn mein Handy (iPhone) ständig eingeschaltet haben wenn ich gestartet bin?
    Danke bitte Antwort auch an meine e-Mail Adresse

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