Trainingslager Fuerteventura – Sonne, Sport und San Miguel – Teil 1

Airport Fuerte

Mittlerweile bin ich jetzt schon wieder mehr als zweiWochen zu Hause und komme endlich mal dazu ein kleinen Bericht über mein Trainingslager auf Fuerteventura zu schreiben. Btw. es war mein erstes echtes Trainingslager überhaupt – und wohl auch das windigste.

Das Resümee kann ich gleich schon mal vorab liefern – in Hashtags: #3athlets #wind #lederhaut #cafeconleche #bocadillo #radfahren #erdhörnchen #sanmiguel #nochmalsanmiguel #stornobuchung #lanzarote #riemenaufdieorgel #event #zombiecity #jürgen #hund #nochmalswind  und was es damit mit auf sich hat, kommt jetzt.

Tag 1: Die Anreise war easy und ohne große Vorkommnisse, außer das es just an diesem Tag in Hambugr richtig warm wurde, so dass ich schon vorm ersten Radkilometer gut ins schwitzen gekommen bin. Am Flughafen jaulete beim Check-In noch das Röntgengerät herum, da ich vergessen hatte meine CO2-Kartusche abzubauen. Ich erwähne mal beiläufig, dass man es in München wohl nicht so eng sieht, denn bei meinem Freund bestandete das Gerät nichts. Ich hingegen durfte ich meine Radtasche öffenen  und die Kartusche vor Ort dem Mülleimer spenden. Die zweite, hat man später bei der Gepäckabfertigung in den Katakomben des Flughafens entfernt. Schade. Hätte ich doch die Teile gerne mal ausprobiert.

In Fuerte erwartete und Feder und in zwei Autos ging’s nach El Cortillo in unsere “3Athlets” Residenz – und das ist nicht übertrieben. Unser Haus war ein Traum: 6 Schlafzimmer, 3 Bäder, ein schicker Pazio, große Küche mit Waschmaschine und im Außenbereich ein dicker Whirpool. Hallo Urlaub! Hallo Entspannung! Selbige wollte aber gerade mal nicht aufkommen, als ich mein Rad zusammenbaute. Beim Transport hat man leider das große Kettenblatt derartig verbogen, dass es nicht mehr zugebrauchen war.  Kleiner Trost: Die Vermieterin beglückte uns am Abend mit einer riesen Paella – einfach so. Selbst unserer Koch, war von der Zubereitung dieses Traditionsgerichts begeistert.

Tag 2: Der Tag begann mit einem schönen 8km-Lauf an der Steilküste entlang, runter zum Strand, 1,5 Km barfuss im Sand und zurück an den Frühstückstisch. Ich hatte ganz vergessen, wie cool es ist barfuss zu laufen. Bevor wir den 5 Mann am Flughafen abgeholt haben, wurde die Insel nach einem Ersatzblatt abgescannt, aber leider nichts gefunden. Einzige Lösung: rohe Kräfte. Flugs wurden zwei Gummihämmer besorgt und Maximum dengelt mir auf einem Lidl-Parkplatz mein Kettenblat in Form. Resultat: Kettenblatt relativ begradigt, Mauer kaputt. Sorry, aber dafür haben wir ja auch ordentlich Kohle bei euch (LIDL) gelassen. Aber genug vom Vorspiel. Wir waren ja zum Radfahren hier, und gleich am frühen Abend ging’s sportlich nach Corralejo und zurück; schnelle 50km zum Warmwerden. Und was wir schon vorher am Rand bemerkt hatten, blies uns in luftiger Realität um die Nase: der Wind. Und von dem sollten wir in den kommenden 10 Tage noch sehr viel bekommen.

Tag 3: So jetzt wurde es ernst. Die Strecke für den ersten Tag stand fest: El Roque, La Oliva, Tefia, über den Morro Veloso nach Betancuria (schöner kleiner Berg mit sehr schöner Abfahrt), Pájara (dort wohnt die Lederhaut), Tuineje, Antigua, in Richtung Almácigo und über Tefia zurück nach El Roque. Auf der Abfahrt vom Veloso lohnt es sich an einem der beiden Aussichtspunkte anzuhalten. Einerseits ist der Blick wirklich toll, andererseits sind die Erdhörnchen ein echtes Highlight. Die possierlichen Tierchen machen beim Anblick von Essbaren keine Gefangenen; klettern sogar das Rad hinauf, nur um Energieriegel futtern zu können. Die sind danach bestimmt abgegangen wie Schmitz Katze. Aber wieder zurück zum Thema. Den Streckencharakter würde ich mal als ambitioniert beschreiben. Zum einen sammelt man fleißig Höhenmeter, zum anderen ist das Reisen bei konstant hartem Wind aus Norden ein zweischneidiges Schwert. Tatsächliche Streckenlängen werden durch den Wind in der subjektiven Wahrnehmung komplett verzerrt. In Richtung Süden, sammelt man Kilometer, wie andere Leute wasweißich – auf jeden Fall geht’s wie von selbst. Der Rückweg wird hingegen zu einem mentalen Überlebenskampf. Der unfänglichen Übermut musste ich daher auch auf dem Heimweg Tribut zollen. Wind und ein kleiner Hungerast holten mich auf den Boden der Tatsachen zurück: Junge, hier musste du strategisch vorgehen. Wenn man meint, man hat es fast geschafft, kommt erst noch der Jürgen – 3km leicht bergauf, rattiger Asphalt und immer starker Gegenwind. Das verlangt einem alles ab. Tagespensum: 4:41h – 122km

Tag 4: Nach einen akkuraten Bocadillo-Frühstück mit lecker Café con Leche, rumpelten wir über den rauen Asphalt in Richtung Süden. Mit der Versorgung klappte es schon besser. Der Organismus passt sich an und ich habe diesmal auch mehr gefuttert. Nach 5:47h und 153km lockte im Garten der Whirlpool und ein eiskaltes San Miguel. Einfach priceless!

Tag 5: Der Wind war an diesem Tag der Oberhammer. Böen von bis zu 7 Bft verdarben uns echt die Laune. Ich bin ja kein Schisser, aber wenn einem der Wind bergab, fast vom Rad wirft, hat der Spaß ein Ende. Zudem ließ die Kraft in den Beinen auch schon leicht nach. Nach dem obligatorischen Café con Leche hatte ich an jedem Anstieg zu kämpfen – mit dem Wind von vorn hätte ich am liebsten das Rad in den Graben geworfen. Am Hund war da auch der Ofen aus. Hund, wie räudiger Straßenköter. Einfach nur erbärmlich zu fahren: Wind von vorn, bergauf und mieser Asphalt. Mehr geht nicht. Lediglich Argonrante bekam nicht genug an diesem Tag und packte noch mal 30km oben drauf. Max und ich hatten genug und fanden den Gedanken an ein kühles Blondes in der Sonne wesentlich verlockender. Pensum: 5:05h – 135km.

Tag6: Ruhetag – endlich. Wundenlecken, Strand und Bodyboard fahren – Board und Neo gibt es günstig (15€/Tag) bei Freshsurf. Das hat schwer gerockt und Wellenreiten steht nun noch weiter oben auf meiner Agenda.

Ein paar Highlights der ersten sechs Tage:

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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