Testwettkampf in Hannover – die Wundertüte

Der Start auf der Mitteldistanz in Hannover steht kurz bevor – und gilt für mich seit jeher als fester Auftakt in die jeweilige Saison – und als mein Wasserstandsanzeiger für die anstehende Langdistanz, die meist gut einen Monat später auf mich wartet. Drei bis vier Wochen sind zwar recht knapp bemessen, um echte Schnitzer in der Vorbereitung glattzubügeln, aber meist reichte die Zeit aus.

2012 wird es besonders spannend, denn die Vorbereitung lief alles andere als optimal. Im Februar, März bremste mich ein vermeintliches ITBS und Adduktorenprobleme aus. Letztlich war es wohl eher das ISG, aber trotzdem hat sicher auch die Physiotherapie eine signifikante Verbesserung gebracht.

Dann Ende März fing mein rechter großer Onkel an zu schmerzen. Ursache: Ein falsch geschnittener Zehennagel, der drohte zu einer akuten Nagelbettentzündung zu werden. Und das ausgerechnet vor meinem Trainingslager Mitte April auf Fuerteventura. Dort hatte ich jedoch quasi gar keine Probleme. Zum einen hab ich mich meist radelnd fortbewegt, zum andern trug ich bequemes Schuhwerk, wenn ich mal nicht auf dem Rad unterwegs war. Beide wirkte sich positive auf meinen Problemzeh aus.

Zurück in der Heimat wurde der Zeh aber weder besser noch schlechter. Mein Laufpensum war aber auch nicht gerade umfangreich. Bis Roth waren es noch gut 50 Tage. Was würde also passieren, wenn ich die Umfänge erhöhen würde? Klar, der Zeh würde sich wohl bemerkbar machen. So kam es auch. Ein kurzer Besuch beim Fußmetzger bestätigte meine Vermutung – eine Nagelbettentzündung stand kurz bevor. Noch schien es aber nicht zu spät zu sein. Fußbäder mit grüne Seife würde mir helfen, sagte die Ärztin. Gesagt, gebadet. Und so habe ich den Zeh gepflegt, bearbeitet und weitestgehend von zu engem Schuhwerk fern gehalten. Und tatsächlich – es wurde besser.

Für die laufende Saison ist aber ein Fakt nicht von der Hand zu weisen: ein Defizit bei den Lauf-Kilometern. Ich bin ja ohnehin nicht kein Roadrunner – weder vom Umfang, noch von der Pace her. Laufen ist also mein echter Keylimiter, den ich an sich für 2012 vorhatte zu verbessern. Pustekuchen! Unterm Strich: 2012 bin ich satte 320 Kilometer weniger gelaufen; nicht ein einziges Mal hab ich im Training die 20km-Marke geknackt. In Hannover gehe ich mit mickrigen 400km auf den Halbmarathon. Das wird spannend. Was mich aber überrascht: Die Performance an sich ist annähernd so gut wie im Vorjahr. Das lässt mich hoffen. :-/

 

Laufen: 2011 vs. 2012

Eine Bestzeit erwarte ich nicht, zumal mir die Wetterverhältnisse nicht wirklich entgegenkommen werden: relative kalt und zugig statt heiß und windig – aber ich mal schauen, was ich da so aus der Wundertüte ziehen werde.

 

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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