Neues von der Trainingsfront

Kurz mal auftanken.

Na also, es geht doch. Nach meinem DNF in Hannover Anfang Juni und den erschreckend guten (Lauf)Leistungen meines “ärgsten” Kontrahenten, musste etwas passieren. Daher hab ich trainingstechnisch die Zügel ein wenig angezogen…zumal ich hatte bis dato noch keinen langen Lauf (20km+) in den Beinen.

Di: morgens 90min “Zehner-Laufen”, abends schwimmen

Was das ist? Intervalle auf 10min: 9min GA1, 1min Tempo; 8min GA1, 2min Tempo usw. bis 1min GA1, 9min Tempo. Das ging sogar besser als erwartet; gerade zum Ende hin bliebt der befürchtet Druckverlust aus. Avg. Pace: 4:41min/km.

Mi: 120min langer Morgenlauf auf nüchternen Magen. Nach dem Lauf vom Vortag waren die Beine nicht mehr die frischesten: 5:00min/avg. Das ist ok.

Do: 60min Schwimmen

Sa: Rad: 3h, 2x60min sub Wettkampfpuls, Rest GA1 – guter 35er Schnitt + kleiner Koppellauf – 43:32min: 20min GA1, Rest GA2 – avg. Pace: 4:45min/km.

So: “Tag der Wahrheit” – Rad: 3:55, 60min GA1, 3x45min Sub-Wettkampfpuls (leicht progressiv) je 15min GA1. Zum Abschluss der obligatorische Lauf: 90min – avg Pace 4:59min/km. Soweit die Rahmenbedingungen. Jetzt eine kleine Erzählung, wie sich das angefühlt hat.

Die Einheit ging mitten in die Maske. Nach 2,5h auf dem Rad musste ich schon kämpfen; gegen den Wind und gegen die Müdigkeit. Die Beine gaben nicht das her, was ich von ihnen wollte. Auch mit ner Cola + Snickers ließen sie sich nicht bestechen. 9km vor der Haustür wurde es dann so schlimm, dass ich kurz anhalten und verschnaufen musste. Koppellauf? Nein danke! Daran war nicht zu denken. Aber in den folgenden Minuten ging ich mit mir hart ins Gericht und fuhr die letzten Meter erhobenen Hauptes nach Hause. Der anschließende Lauf verschwand nicht in der Schublade. Kurz den Trinkgürtel aufmonitioniert, Gel geschnappt und losgeeiert. Es hat ein wenig gedauert bis ich meinen Tritt gefunden hatte, Seitenstiche kamen auch noch hinzu. Aber nach dem Gel und 20min später trabte ich sogar recht zügig die 90min runter.

Interessant dabei ist: Letztes Jahr zu einer ähnlichen Zeit (3 Wochen vor Roth) hatte ich auch so einen schwachen Tag – nur war’s da beim Laufen. In solchen Situation überdenkt  man (mal wieder), seine Vorbereitung, versucht herauszufinden, warum man sich das alles antun, fahndet nach dem Sinn. Und immer wieder beeindruckt es mich, dass man fähig ist aufzustehen und weiterzumachen. So unliebsam einem diese Phase der Schwäche auch erscheinen mag, sie gehört für mich irgendwie dazu. Denn nur was man im Training lernt, kann man auch im Wettkampf umsetzen.

Fazit zu diesem Trainingsblock: Ich denke, ich hatte bis dato kaum eine härtere Trainingswoche. Gerade die Läufe haben viel Energie gekostet. Als Bonus kamen dann noch zwei Koppeleinheiten hinzu. Da ist es für mich kein Wunder, dass irgendwann der Motor mal anfängt zu stottern. Sicher spielt die Verpflegung unter Belastung auch eine Rolle, wenn gleich ich diese eher der allgemeinen körperlichen Müdigkeit unterordne. Der eingeschlagene Weg fühlt sich unterm Strich gut an. Jetzt muss ich nur noch diese Woche überstehen und dann geht es auch schon ins Tapering. Noch 25 Tage bis Roth.

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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