Schnellster Schnurrbart Hamburgs – Stadtparktriathlon 2012

Nach dem Rennen.

Da war doch noch was. Ach ja, mein 2. Platz beim Stadtparktriathlon am 17.06. in Hamburg – wenn auch “nur” bei den Jedermännern/frauen. Und warum nicht bei den “echten” Sprinter? Dafür gibt es mindestens einen guten Grund: die Uhrzeit – 11 Uhr (Jedermänner) vs. 8 Uhr (Sprinter/Hamburger Meisterschaft) – und am Sonntag Ausschlafen hat nunmal Priorität :).

Ok, will ich mal schnell das Rennen in aller gebotenen Kürze zusammenfassen: Nach einem harten Trainingsblock hatte ich keinen großen Ambitionen im Startpark irgendwas zu reißen. Die Beine waren schwer und der Fokus lag ohnehin auf der Langdistanz Anfang Juli. Trotzdem hieß es am Wochenende “Feuer frei” im Hamburger Stadtpark. Und was ein echter Triathlet ist, der macht nicht nur einfach so einen Wettkampf. Mit unserer Schaltaugen-Gang und viiiielen anderen Triathleten balgten wir uns somit im und um den Stadtpark herum – im Wasser, auf dem Rad und in Laufschuhen. Der Wettkampf war zudem die Premiere für den Brooks Tri Suit, den ich im Herbst 2011 als Brooks Messenger of Run Happy zugeschickt bekommen habe.

Trotz der recht späten Startzeit erreichten meine Freundin und ich den Stadtpark knappe 50 Minuten vor dem Start. Aber ich war natürlich nicht der letzte. Die Gesamte Schaltaugen-Gang hielt sich noch am Parkplatz auf. Zeit für ein großes “Hallo” bevor es mit Kind und Kegel, Rad und Wechseltasche zum Start ging. Sehr 😉 pünktlich trafen wir denn auch am Stadtpark-See ein. Noch kurz eingeschwommen und in Position begeben. 3…2…1…ATTACKE. Sprint ist nicht so meins. Das merkte ich gleich nach den ersten 150m. Auch wenn ich mich da schon auf Position 3 befand…hinter zwei anderen Gang-Mitgliedern. Hoffentlich wird das bald langsamer. Wurde es – zum Glück und ich erreichte nach 300m wieder die Komfortzone. Nach der zweiten Boje übernahm ich die Führung und setzte mich ab. Huch, first out of water! nach 7:44min. Seltsames Gefühl, aber daran könnte ich mich gewöhnen. Ab in die Wechselzone gesprintet…Schnappatmungkurze Gehpause – raus aus dem Neo – Helm auf – Startnummer umgeschnallt – Rad geschnappt – und LOS!

Auf dem Rad dann das “Desaster”. Man sollte im Wettkampf keine Techniken ausprobieren, die nie trainiert hat – so z.B. während der Fahrt in die Schuhe schlüpfen, die bereits an den Pedalen hängen. Man, war das ein K(r)ampf, zumal es die ersten Meter leicht bergauf ging, d.h. der zuvor aufgenommene Schwung verpufft ihm nu wieder. Meine behäbigen Versuche in die Schuhe zu kommen wurden denn auch schnell von einer Athletin mit den Worten Die Tücken liegen im Detail! resümiert. Recht hat sie, leider. Endlich drin….doch dann rutschte mir die Lasche des rechten Schuhs aus der Öse. Verdammte Hacke. Absteigen? Kommt nicht in Frage. Das hält auch so. Und außerdem überholte mich auch schon mein ärgster Konkurrenz aus der Schaltaugen-Truppe – “Plasma” (zurückgelegte Strecke: 653 Meter). Hinterher! Auf den folgenden 20km wechselten wir uns mit der Führungsarbeit ab – natürlich ohne Windschattenfahren. In unserer “Fan-Gasse” hatte er die Nase vor – schön ein wenig Posen – und stieg auch als erster vom Rad. Leider verhakte sich sein Schuh am Boden, flog von der Pedale und so bot sich mir die Gelegenheit an ihm vorbei in die Wechselzone zu sprinten – schwupps.

Flux den “Esel” geparkt, rein in die Schuhe und wie auf Eiern die finalen 5km in Angriff genommen. Ha! 5km – das ist n schnelles Ding; kann aber auch richtig lang werden. Was für eine Quälerei. Nach einer gefühlten Ewigkeit erblicke ich eine “2” auf dem Boden. Geil! Nur noch 2 Kilometer. Ein Blick auf die Uhr: Nein das muss die 2km-Marke gewesen sein. WAS? Ächz!  Jetzt werde ich wohl unweigerlich eingeholt und ich “schneckte” dem Ziel entgegen. Keine Druck in den Beinen. Puh. Lieber nicht umgucken, wenn ich jetzt die Konkurrenz heranstürmen gesehen hätte, dann wäre die nächste Parkbank meine gewesen. Bei Km 4 fing es auch noch im Oberschenkel an zu zwicken. Der wird doch wohl nicht? Böser Muskel! Aus! Auf den letzten 500 Metern hörte ich dann auch ein “Schlappen” … erst hinter, dann neben mir. Nein, Plasma war es nicht. Puh! Na, dann egal. Lass ihn laufen. Das es der Erste gewesen war, wusste ich bis dahin nicht. Wäre mir aber auch egal gewesen. Ich wollte keinen Krampf oder Zerrung riskieren und ließ ihn laufen. Das Ziel war ohnehin in Sichtweite…vor der Schaltaugen-Konkurrenz im Ziel zu sein. Kurz in die Menge gewunken – Zielstrich überquert – und Jaaaaaaahaa! Endlich hatte die Quälerei ein Ende! Offizielle Zeit: 1:02:33h – PB. Erst später hat man mir zu geflüstert, dass wahlschweizer Gefahr und ich unter den ersten Drei seien. Leider war dann aber noch ein Athlet aus der nachfolgenden Startgruppe magere 15 Sekunden schneller als er. Schade, zwei Podestplätze wäre ne sehr akkurate Sache gewesen.

Aber erstmal galt es sich die Wunden zu lecken. Der Sprint war doch härter als ich dachte. Der Oberschenkel sagte mir sehr deutlich, was er von der Aktion hielt – gar nichts! Und recht hat er. Das liegt auch in der Natur der Sache. Seinen überwiegend für Langzeitausdauer ausgelegten roten Muskelfasern weiszumachen, dass sie auch die Leistung von weißen Nachbarn erbringen könnten, kann ja nicht gut gehen. Die Folge: 1-wöchige Laufpause und Training im Schongang (Anm. d. Red.).  Nicht so schlimm, es lag ohnehin eine Ruhewoche an.
Es ist schon eine tolle Sache mal eben unverhofft den 2. Platz einzuheimsen. Aber die Zeit muss man stark relativieren; bei den echten Sprintern wäre meine Leistung gerade mal für den 9.Platz ausreichend gewesen. Die ersten Drei wraen bereits nach 57min wieder im Ziel. Aber nach meiner Langdistanzkarriere wäre das durchaus mal ein Ziel: sub59 Minuten.

Ups. Ist ja schon wieder länger geworden, als gedacht. Es passiert aber auch immer einer Menge – selbst bei so kurzen Distanzen ;).
Kurz noch ein paar Worte zum Tri Suit von Brooks. Der Einteiler passt wie angegossen – da flattert nichts. Wie gemacht für kurze, schnelle Rennen. Die Trocknungszeit ist extrem kurz und das dünne Sitzpolster verrichtet unauffällig im “Untergrund” seinen Dienst – vor allem beim Laufen merkt man es überhaupt nicht. Test bestanden. Ein unschlagbarer Vorteil ist die Farbe – das grün fällt im schwarzen Allerlei sofort auf. Nicht nur für die Supporter am Streckenrad ein echte Erleichterung – auch der Gegner sieht einen so schneller.

 

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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