Schwimmgeschichten – Tag der Wahrheit

schwimmen

Ich schwimme ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit (31 Jahre), doch am Wochenende musste ich mal wieder schmerzvoll erfahren, dass zwischen Schwimmen und Schwimmen ein mächtiger Unterschied besteht. Am Sonntag durfte/musste ich bei den sog. DMSM starten. Es geht bei diesem Wettkampf darum, Punkte zu erschwimmen, die in Trainingszeiten umgerechnet werden – also ein Pflichttermin für Vereinsschwimmer. Denn wenn man keine Punkte hat, kann man ergo auch nicht trainieren.

Nach Wochen des Trainings hatte ich zudem auch noch Lust mal anzutesten, was ich so bei einem Solo-Schwimmwettkampf zu reißen imstande bin. Auf dem Zettel standen: 800m Kraul und 200m Lagen – für die Nichtschwimmer: Bei Lagen schwimmt man alle vier Schwimmarten in der Reihenfolge Delfin, Rücken, Brust, Kraul in einem Rutsch. Als Triathlet, zumal auf der Langdistanz unterwegs, ist man in den Augen anderer geradezu prädestiniert die lange Strecke zu schwimmen. Aber sie vergessen, dass beim Triathlon das Schwimmen nur eine (!) von drei Disziplinen ist. Und wenn man nicht gerade vorne mitmischen will, auch nicht  in Rekordzeit durchs Wasser pflügt, sondern relaxt aus dem Wasser steigen möchte. Beim “reinen” Schwimmen ist das natürlich ganz anders. Das habe ich wieder zu spüren bekommen.

800m Kraul: Trotz meiner Schwimmer- und Wettkampfroutine war ich schon ein klein wenig nervös: Hält die Brille? Schaffe ich eine gute Renneinteilung etc.? Startschuss! Die ersten 100m geht man erfahrungsgemäß fast zu zügig an, um dann schnell langsamer zu werden – mir fehlt da einfach die Tempohärte; aber das ist beim “reinen Schwimmen” ein wichtiger Fakt. Früher bin ich all-out geschwommen.. Seitdem ich Triathlon mache, paddel ich eher in der Komfortzone – als müsste ich nach dem “Wasserpart” noch Radfahren und Laufen. Schnell macht sich also die “Säure” bemerkbar. Auf den ersten 8 (von 32) Bahnen hab ich auch gleich ein paar Positionen eingebüßt. Nota bene: keine Tempohärte. Mit der Zeit erreichte ich aber offensichtlich Betriebstemperatur. Zum Glück kamen jene zwei Kontrahenten, die in Sichtweite lagen,  auch nicht wirklich weg. Ha, meine Chance. Nach 400m dreht ich Stück für Stück auf, kassierte den ersten. Ja, so macht racen Spaß! Noch 8 Bahnen. Jetzt kann nichts mehr anbrennen. Schön am Gas bleiben. So pirschte ich mir Meter für Meter an den nächsten heran. Wimperschlagfinale – zu meinen Gunsten. Hat sich also gelohnt mal ein wenig zu leiden. Und die Zeit? 10:59min – Platz 5 von 23. Nicht der Hammer aber immerhin. Zwischenzeiten:  1:14,08 –1:21,91 – 1:24,00 – 1:25,30 – 1:24,68 – 1:24,90 – 1:23,70 – 1:20,52 Da ist noch Luft nach oben.

200m Lagen: Anruf Anfang letzter Woche. Trainerin: Es geht im die DMSM am Wochenende. Ich: Na sag schon. Was bekomme ich noch serviert? Sie: Kannst du vielleicht noch 200m Lagen schwimmen? Ich: Hab ich eine Wahl? Aber 200m ist ok. Gebongt. Das werde ich ja noch irgendwie hinbekommen. Das Übel kommt ja schon am Anfang: 50m Delle. Mochte ich noch nie und werde ich auch in diesem Leben nicht mehr mögen. Das Interessante an dieser Strecke ist, dass die Renneinteilung eine ganz Andere ist. Unterschiedliche Stile beanspruchen die Muskulatur auf verschiedene Art und Weise. Man muss also ein wenig taktisch vorgehen. Aber nur ein wenig. Letztlich “prügelt” man doch im “All-Out-Modus” durchs Wasser. Taufrisch bin ich nicht mehr aus dem Becken gekommen. Zeit: 2:49,39.

Fazit: Schwimmen im Laktatbereich bringt richtig Laune – wenn’s am Ende stimmt. Zeit, mal wieder genau in diesen Bereichen zu trainieren. Für die nächste Saison peile ich ohnehin nur Sprint- und Olympische Distanzen an. Das heißt: Es wird mit dem Messer zwischen den Zähnen gefightet. ARRRG!

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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