Sonntags gibt’s Volleiwaffeln – Die Winterlauf-Serie 2012/13

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Als Ausdauersportler muss man ja zusehen, dass man fit durch den Winter kommt. Man könnte zwar nach Schnauze durch die Gegend traben, doch steigert es den Spaß ungemein, wenn man sich mittels kompetitiver Läufe durch die kalte Jahreszeit hangelt. Wie schon in der Saison 2011/12 habe ich mir dazu wieder die Bramfelder Winterlaufserie ausgesucht, über die ich auch schon mal in einem Blogpost berichtete. Leider musste ich die Serie im letzten Winter schon nach einem Start aus dem Kalender streichen. Grund: Probleme mit dem ISG, das mir obskure Schmerzen in der Leistengegend bescherten. Unter uns: Eine nervige Kack-Sache.

In diesem Winter sollte es viel besser laufen – im wahrsten Sinne. Bei 5 möglichen Läufen habe ich immerhin vier Mal am Start gestanden. Bis auf den ersten Start Mitte November, wurde die Serie von den winterspezifischen Bedingungen überschattet: Schnee und vor allem Glätte. Die Kälte ist ja eher eine zu vernachlässigende Größe. Tja, und so fällt mein Resümee aus. Vielleicht trage ich ja dazu bei, dass die Serie durch meinen Artikel weitere Läufer  hinzugewinnen wird. Nur so viel: Es lohnt sich. Im Ziel warten leckere Volleiwaffeln am Büffet auf euch.

1. Lauf 18.11. – Aller Anfang ist langsam.
Insgesamt war es ein eher ruhiges Läufchen mit meinem Kollegen Gomez. 1:39:28h – so die offizielle Zeit. Dass ich aber fast den ganzen November meine Laufschuhe nicht angerührt hatte, daran erinnerte mich ein fieser Muskelkater in den folgenden Tagen.

2. Lauf 09.12. – Ich hab’s versucht.
Ich glaube, Hamburg erlebte seinen ersten Wintereinbruch. Es schneite wie sau. Todesmutig hab ich trotzdem meine Sachen gepackt und saß auch schon in der Bahn, als mich meine Mitfahrgelegenheit anrief und mich dezent auf die widrigen Bedingungen aufmerksam machte: Dichtes Schneetreiben (so nass-schwere Flocken – voll unangenehm) und am spätem Vormittag Schneeregen. Er stieß bei mir nicht auf taube Ohren. Naja, ist in jedem Fall besser so und ich könnte ja hier in Niendorf ne Runde laufen, dachte ich mirDer Versuch dauerte ganze 152m. Dann hatte ich keinen Bock mehr. Die Aussicht die ganze Zeit die weiße Pracht in der Visage zu haben, war alles andere reizvoll. Tschö Schuhe. Hallo Bett.

3. Lauf 27.01 – Mal langsam in die Puschen kommen.
Und monatlich grüßt das Murmeltier. 7:40 Uhr wecken (Oh muss das sein? so meine Frau. Wer am Wochenende ausschlafen will, für den ist so eine Uhrzeit alles andere als ein Spaß. Ich kann sie verstehen.) Kurz n Kaffee und n Toast und um 8:20 Uhr mit der Bahn zur Mitfahrgelegenheit. 9:30 Start, vier Mal um den See gehechelt und retoure nach Hause. So die Kurzfassung. Die reicht auch. So spannend war’s nicht. Aber leider auch nicht entspannend ;). Blöd, wenn der Kumpel der Mitfahrgelegenheit Personaltrainer ist und hundertmal mehr Sport macht, als man selbst. Das merkte man daran, dass seine Sätze während des Laufens signifikant länger waren und lockerer klangen, als meine eigenen. Japs. In der vierten und letzten Runde wurde dann auch noch das Tempo erhöht und schwupps war er schnell außer sichtweite. Die “Erniedrigung” folgte 500m vor Ziel. Da stand er und wartete auf uns. Vielen Dank ;). Ergebnis: 1:34:56h 

4. Lauf 24.02 – Langsam immer schneller
Diesmal ohne Begleitung. Der musste sich leider auskurieren: Erkältung. Die schwang ihre schmutzige Peitsche ebenfalls in meine Richtung. Ich glaube, ich bin mit nem lütten Infekt um die See gehechelt, denn bis Mittwoch hatte ich ziemlich üblem Muskelkater, der sich grippig anfühlte. Der Lauf selbst war ok. Wieder kalte, verschneite und z.T. glatte Bedingungen. Aber alles in allem war genug Grip auf der Strecke. Das Ziel: Schneller als das letzte Mal und dabei von Runde zu Runde das Tempo steigern. Gefühlt, ist mir das auch ziemlich gut gelungen. Aber zwischen Gefühl und Wirklichkeit können Welt liegen. In der letzten Runde muss irgendwer den Stecker gezogen haben. Tja, wer nüchtern über seinen “Verhältnissen” läuft, darf sich nicht wundern, denn ein GA1-Jogg war das sicher nicht. Die offizielle Zeit von 1:33:34h ist zwar ok, aber auch nicht das gelbe vom Ei – zumal ich das Gefühl hatte, schneller gewesen zu sein. Aber sei es drum.

5. Lauf 17.03 –  Der Riemen auf der Orgel.
So. Letzter Lauf. Letzte Gelegenheit deine persönlichen Wertung aufzupolieren. Sub 1:30h sind Plicht! Es sollte härter werden als gedacht. Es war arschglatt. Schlittschuhe wären in der Tat eine brauchbare Option gewesen und zum Teil wähnte ich mich auf den Spuren von Anni Friesinger (Ich nennen einen weiblichen Vertreter aus der Zunft der Kufenläufer, da ich keinen männlichen kenne.) 2/3 der Strecke waren unangenehm zu laufen. Nur ganz am Rand hatte man Halt. Dafür erschwerten die Unebenheiten das Laufen. Kein Tag für Rekorde, hörte ich jemanden es auf den Punkt bringen. Quod erat demonstrandum, dachte ich mir – und der 5. und letzte Lauf wurde trotz der harten Bedingungen zu meinem persönlichen Triumpf-Jogg. Eine handgestoppte 1:30:00h prangt nun im meinem Winterlauf-Palmeres. Abzüglich ein paar Toleranzsekunden, attestiere ich mir eine 1:29:58. Ziel geschafft.  Anders als vermutet, konnte ich sogar von Runde zu Runde die Pace steigern: 0:23:54 > 0:22:18 > 0:21:56 > 0:21:46. Find ich gut.

Um aber die Leistung insgesamt einschätzen zu können, fehlt mir die Herzfrequenz. Meine mistige Polar hat pünktlich zum Start den Dienst quittiert. Im Ziel erwachte sie wieder aus ihrem Winterschlaf. Ich muss mich ernstlich um eine Alternative kümmern. So bringt das doch keinen Spaß.

Zum Schluss: Nach drei wertungsrelevanten Läufen stehe ich in der Gesamtwertung auf Platz 15 von  59 und in der Seniorenwertung M35 (ohne Rollator) auf dem 3. Rang von 10. Naja, immerhin. Da ist für die Saison 2013/14 noch Luft nach oben.

Und ganz zum Schluss: Vielen Dank an die Veranstalter und alle Helfer. Es hat ein Riesenspaß gemacht und ich 2013/14 wieder dabei.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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