Quantified self – Wer bin ich, und wenn ja wie viele?

Viele

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Oder besser: Bin ich die Summe meiner Teile oder das Produkt meiner Umwelt?

Pi mal Daumen lässt sich die Welt nicht wirklich gut erfassen. “Etwas” kann zwar höher, schneller oder schwerer sein, doch das reicht nicht ganz, um fundierte Aussagen treffen zu können. Bei Quantified self sammelt man Daten über sich selbst. Wortwörtlich: Man vermisst sich. Wie viel schlafe, esse, trinke ich? Wie ist das Wetter, was habe ich wann gegessen, wie habe ich mich wann, wo gefühlt? Die Frageliste lässt sich fast beliebt fortführen. Doch mit der Quantifizierung allein ist es nicht getan. Das Ziel des “Selbstquantifizierens” besteht darin, die Daten in Beziehung zueinander setzen! Über eine Analyse lassen sie so Zusammenhänge erkennen und mitunter beeinflussen.

Datenerhebung ist für ambitionierte Sportler grundsätzlich eine alter Hut. Ohne alle Trainingsmethoden zu kennen, lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte, dass ohne eine wie auch immer geartete Datenerfassung (inkl. einer professionellen Interpretation, natürlich) eine Leistungssteigerung des Sportlers ab einem gewissen Punkt nicht mehr oder nur sehr schwer möglich ist. Zu komplex ist das Zusammenspiel der verschiedenen Parameter, die auf die Leistungsfähigkeit Einfluss haben.

In der Regel bedarf es zur Datenerhebung jedoch ein ganzes Arsenal an Geräten – ein kostspieliges Unterfangen, denke ich an die Ergospirometrie. Mit leistungsfähigen Smartphones und den entsprechenden Apps kann man seit ein paar Jahren relativ problemlos eine Vielzahl von unterschiedlichen Messungen an sich vornehmen. Natürlich findet diese Art der Datenerhebung ihre Grenzen. Nichts desto weniger hat diese Technologie die Entstehung und Verbreitung  der “Quantified self” Bewegung begünstigtet. In Deutschland hat sich sogar eine Community zu diesem Thema etabliert. Kleine Info am Rande: In Hamburg findet das nächste Meet-up am 06. Mai statt. Da werde ich sicher mal vorbeischauen.

Ein echter Quantifier – wenn man sie so nennt – bin ich noch nicht. Ich tracke zwar schon lange meine Trainingsdaten, aber ich habe bisher weder Buch über meinen Schlaf, meinen Flüssigkeitshaushalt etc. geführt, noch habe ich die Daten unter dem nicht-sportlichen Aspekt analysiert. Ich kann aber sagen, dass mich dieses Thema brennend interessiert. Und mit meinem neuen Mobilgerät kann ich nun Apps ohne Ende herunterladen und ausprobieren und so Daten über Alltägliches sammeln. Btw. Es ist das Sony Experia Z. Rein theoretisch kann ich mich nun auch unter Wasser selbst quantifizieren ;).

Diesen Artikel sehe ich als Auftakt einer Reihe von Beiträgen, in denen ich über Apps, persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse berichten werde. Hierzu ist jeder selbstverständlich herzlich eingeladen mit zu diskutieren. Als erstes werde ich in den kommenden Tag mit dem Thema Schlaf und Schlafoptimierung befassen. Die App, die ich hierzu vorstellen werden heißt SleepBot.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Moin,
    toller Beitrag! Als ebenfalls aktiver “Selbsttracker” oder wie auch immer, bin ich immer am gucken wo es noch so Beiträge zum Thema gibt. Was ist so finde, bzw. selbst probiere dokumentiere ich unter http://www.controlled-self.de
    Als Orga des Hamburger Meetups freue ich mich auf deinen Besuch! Gerade kläre ich ab welche Speaker und Beiträge ich für das Treffen gewinnen kann. Zur nächsten Woche sollte das Programm online sein :)
    Viele Grüße
    Arne

  2. Moin Christoph,
    es geht mir so ähnlich wie dir. Ich hatte auch schon früher meine Trainingsdaten unter trainingstagebuch.org gepflegt. Doch als ich von QS gehört hab, da haben mich die Möglichkeiten von Apps und Gadgets auch sehr neugierig gemacht.
    Aktuell experimentiere ich mit der App Automagic. Ich werde vielleicht beim nächsten QS-Treffen in Hamburg darüber berichten.
    Grüße
    Volker

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