Run + Bike Hemdingen – Erfolgreicher Saisonauftakt 2013

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Irgendwann geht sie ja mal los – die Wettkampfsaison. Und heute hatte ich ein Debüt im doppelten Sinne: Einerseits meinen ersten Wettkampf 2013 und andererseits war es der erste Start beim RUN + BIKE – einem traditionsträchtigen Duathlon im Norden von Hamburg. Seit 1986 wird in Hemdingen der Duathlon-König und Königin des Nordens gekrönt. Entsprechend schnell ist dieses Event auch ausgebucht, nämlich binnen weniger Stunden – und das zurecht. Den RUN + BIKE kann ich uneingeschränkt empfehlen: familiär, übersichtliche Teilnehmeranzahl, professionell aufgezogen und die Helfer sind alle wahnsinnig nett. Nicht zu vergessen die Streckenführung: Idyllische Laufstrecke und topfebener Radparcours, auf dem schon mal der amtlich der Wind stehen kann.

Die Vorbereitungen liefen ohne große Ambitionen ab. Radkilometer habe ich dieses Jahr erst spät angefangen zu sammeln. Und meine Sporttagebuch platz auch bei den Laufkilometern nicht aus allen Nähten – knappe 500km seit dem 1.1. Da muss man trainingstechnisch nehmen, was man bekommt, und ich entschied mich, die Woche vor dem RUN + BIKE mit einer Portion Extratraining zu garnieren. Dienstag: lockere Einheit mit ein paar Fahrtenspiele. Donnerstag: Bahntraining: 7×400 in 90-93sec mit je 2min Trabpause. Schließlich kommt von nichts bekanntlich auch nichts ;). Und weil ich gerade so Fahrt war, sammelt ich am Samstag noch ein paar Kilometer auf der “Deichtour” mit ein paar Jungs: schlappe 103km sind’s geworden. Ich muss nicht erwähnen. dass ich abends leicht schwere Beine hatte. Das sind nicht die optimalen Voraussetzungen, um Stunden später frisch seinen ersten Wettkampf zu starten. Aber wir war’s Wurscht. 2013 steht im Zeichen des Spaßes und nicht so sehr einer gezielten Wettkampfvorbereitung.

So. Großer Tag. Sonntagmorgen stand ich Gewehr bei Fuß um 8:35 am Ort des Geschehens. Endlich hat sich mal das frühe Aufstehen gelohnt, denn die Startunterlagen konnte ich im Vorbeigehen einsammeln. 30min später hätte ich in der Schlange stehen müssen. Ganz kommod bugsierte ich mein Rad in die Wechselzone, zog mich um und beobachte das Geschehen. Hach: Endlich wieder Wettkampfzeit. Es geht doch nichts über Materialschlachten, Fachsimpelei, den Duft von eingeölten Beinen und entspannt-konzentrierten Gesichtern der Athleten. Endlich traf auch mein Mitstreiter ein, der beim Checkin merkte, dass er seine Radschuhe vergessen hatte. Hehe – Ja, es ist Saisonstart. Da kann so was passieren. 

10 Uhr: Startschuss. Zügig versuchte ich meine gar nicht sooo schweren Beine auf Wettkampfgeschwindigkeit zu bringen und arbeitete mich langsam nach vorn. 5,5km  und 21min später wechselte ich  auf’s Rad und versuchte die ersten Kilometer so verhalten wie möglich zu pedalieren. Aber ich bin ja auch einem “Wettkampf” und hier steckt doch das Wörtchen “Kampf” (manchmal auch Krampf) drin. Für einen ersten Formtest muss man auch mal am Gashahn lupfen. Gesagt, getan – doch ganz spurlos sind die 103km vom Vortag definitiv nicht an mir vorübergegangen. Hab’s mir aber schlimmer vorgestellt. Zwischennotiz: Es ist schon erstaunlich, was man doch an Grundfitness über den Winter konservieren kann. Mein Puls sprach da eine deutliche Sprache. Die ganze Zeit pendelte der zwischen 155 und 165. Normalerweise logge ich den bei solchen kurzen Distanzen auch dauerhaft jenseits der 170 ein. Aber die mangelnde Kraft ließ das einfach nicht zu. Da muss ich demnächst ein paar Kraftintervalle ins Training einfließen lassen.

Relativ “entspannt” steuerte ich nach 37km die Wechselzone an. Zeit: 0:57:40h. Ein freundlicher Helfer machte mich am Ausgang darauf aufmerksam, dass ich nicht zwingend mit Helm laufen müsse. Tja, Saisonauftakt. Da kann so etwas passieren ;). Also noch mal zurück zum Rad und dann ein dreifaches Halali für die finale Jagd. Mit leicht fester Muskulatur stocherte ich auf den ersten Kilometer auf dem Asphalt herum – von Tempogefühl keine Spur. Ich wusste nur, dass ich zwischen der 1. und 2. Frau platziert war. Zwischen Km 1,2 und 1,5 😉 tippelte ein Athlet an mir vorbei. Hmmm, gutes Tempo! Da muss ich dranbleiben. Gemeinsam liefen wir die verbleibenden 9,5km. Zwei, drei Male musste ich fast reißen lassen – immer dann, wenn er einen Vereinskollegen überholte, was in leicht beflügelte und sich drei Meter absetzen konnte. Meines Zeichens “Schlange”, konnte ich mich aber erfolgreich festbeißen. Notiz: Selbst hier ging mein Puls nicht über 164 Schlänge hinaus.

Insgesamt waren die 11km hart. Wie immer schwankt man zwischen “Da geht noch was!” und “Bah, ich will nicht mehr!” aber von dieser Ambivalenz der eigenen Leistungsbereitschaft lebt so ein Event. Sich quälen zu wollen gehört einfach dazu. Und im Ziel ist man mit sich wieder im Reinen.

Nach schier endlosen 11km lief ich nicht mehr ganz taufrisch im Zielbereich an. Endzeit: 2:06:48. Tiptop, Da kann ich nicht meckern – ein erfolgreiches Duathlon-Debüt, das Lust auf mehr macht. Vor allem bin ich mit der Laufform zufrieden.

So. Und nun freue ich mich auf mein eiskaltes Weizen. Prost.

Update: Nun sind auch die vorläufigen Ergebnisse online und der Knipsdienst hat die Bilder bereitgestellt.

Mit Platz 25 von 179 gewerteten Startern bin ich recht glücklich. Da hat sich das Beißen ja gelohnt.

Zieleinlauf

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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