Stadtparktriathlon Hamburg 2013 – Ich bin Vizevizemeister

Podium

Endlich der erste echte Tria-Einsatz in der neuen Saison, der gleich beim Check-In zu einem Debakel zu werden drohte. Doch am Ende wurde doch noch alles gut und ich stand erneut auf dem Podium. Aber von Anfang an.

Podium

Die Sache mit dem Aufstehen, Frühstück und so überspringe ich mal und komme gleich zur ersten Schreckminute: dem Check-In. Routinemäßig wurde mein Rad überprüft, der Helm in Augenschein genommen. Es folgte die nüchterne Diagnose: Brüche an zwei Rippen. WAS? Wie kann das denn sein, schließlich gehe ich pfleglich mit meinen Sachen um, zumal ich nicht mal gestürzt bin oder den Helm als Sitzgelegenheit nutzen. Aber was soll’s. Ersatz bzw. eine Lösung musste her. Die Helme am Verkaufstand sagten mir nicht zu und irgendwelche Athleten beim Check-Out auf Knien anzuflehen mir ihren Helm zu leihen, hielt ich nicht für zielführend. Glücklicherweise bekam ich dann den Deckel von der Frau eines Kumpels, die vor uns gestartet ist. Nur…die Zeit wurde langsam knapp. Noch knapp 30min bis zu meinem Start und sie musste noch eine 5km-Runde radeln. Der erfahrene Athlet ist aber stets guter Dinge und nutzt seine Zeit effizient. Daher habe ich mich schon mal in den Neo gezwängt und das Rad so weit es ging präpariert. Endlich erreicht mich die “Lieferung” und ich konnte passieren.

An meiner Wechselabteilung war es mittlerweile schon sehr voll, so dass ich unter leicht vorwurfsvollen Blicken mein Rad irgendwo dazwischen quetschten musste. So…nun noch schnell Schuhe positionieren und weiter zum Schwimmstart.

Verwässert.
War ich letztes Jahr noch “First out of water” hatte ich es dieses Jahr mit niemand Geringeren als mit den “Leibhaftigen” zu tun. Auf 500m schenkte der mir über 1 Minute ein. Das ist schon ein Pfund. Doch man sieht sich immer zweimal und nachdem ich das Nass als zweiter verließ, stellt ich den “Teufel” in der Wechselzone. Neben ihm, hatte ich es nun mit einem weiteren Gegner zu tun: dem widerspenstigen Neoprenanzug. Erst nach heftigem Gefecht konnte ich mich erfolgreich von ihm trennen. Nächster Halt: Radstrecke

Zweiradhatz
Die Mission: 5 Runden á 4km über den Asphalt prügeln und den Gegner versuchen weiter zu distanzieren. Erschwert wurde es dieses Jahr durch eine recht frische Brise, die einem auf dem letzten 300m einer jeden Runde auflauerte. Zudem geht es stellenweise leicht bergauf. Auch wenn man’s kennt, es nervt jedes Jahr aufs Neue. Ein echter Rhythmuskiller. Aber letztlich haben ja alle mit den gleichen Bedingungen zu kämpfen. Immerhin hatte ich keinen Platten – wie einem Kumpel geschehen. Ich hätte ja an seiner statt das Rad zurückgeschoben, doch mit sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen, scheint wohl so einiges möglich zu sein >:-$. Randnotiz: Mir liegen diese kurzen schnellen Dinger nicht. Der Primat der Triathlondistanzen hat bei mir augenscheinlich in den letzten Jahren die Langdistanz bekommen. Statt wie ein Berserker durch die drei Disziplinen zu jagen, genieße ich die mehrstündige Quälerei, bis ich das Ziel erreicht habe. Ich finde einfach keinen ordentlichen Rhythmus auf der Sprintdistanz und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich es kaum schaffe mich pulsmäßig aus der Komfortzone herauszubewegen. So dümpelte meine Herzfrequenz irgendwo bei 166-168 Schlägen herum. Bitter.

Beine in die Hand
Finale infernale – das Laufen. Man hab ich den Stadtpark zusammengestöhnt. Früher habe ich mich ja stets ein wenig amüsiert, wenn so eine “Dampflok” unter Volllast sich an mir schnaubend und schnaufend vorbeischob. Heute war ich derjenige, der für die Akustik sorgte. Manmanman, hab ich mich gequält – und es hat sich auch noch gut und schnell angefühlt. Aber was ist am End dabei herausgekommen? Eine 20:08min. Bei aller Liebe und Respekt all jenen gegenüber, die deutlich langsamer laufen; aber da hab ich mir echt ein wenig mehr ausgerechnet. Aber was soll’s…und da komme ich auf meinen letzten Artikel zurück: Weniger kann (oder war in diesem Fall) einfach nicht mehr. Woher soll die Leistung kommen, wenn man sie sich nicht durch Training aufbaut? Eben. Gerade mal 1000 Rad- und knapp 600 Laufkilometer hab ich seit dem 1.1.2013 in den Beinen. Damit kann man einfach keine Rekorde aufstellen.

Schlusswort
Auch wenn ich meine Ziele – notabene Verteidigung des Vizemeistertitels und neue Bestzeit – nicht erreicht habe, hat es saumäßig viel Spaß gemacht sich mit seinen Freunden einen schönen Battle zu liefern; aus dem man am Ende auch noch als Sieger hervorgegangen ist. Im Sieges-Almanach des Stadtparktriathlon wird man meinen Namen allerdings nicht finden, denn ich war diesmal Inkognito unterwegs und hatte die “Ehre” meinen Freund aus Podium zu verhelfen 😉 – immerhin als Vizevizemeister. Bis nächstes Jahr – Stadtparkttriathlon.

Zeiten (inkl. Wechselzeiten)
Schwimmen: 8:31
Rad: 35:12
Laufen: 20:08
Endzeit: 1:03:51h

Veröffentlicht von

Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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