Elbe-Triathlon: Der Fabelzeiten-Wettkampf!

Startnummer

StartnummerHeute hab ich mal meinen Palmarès aufgepeppt und als RSG Blankenese-Underdog beim Triabolos Heim-Grand-Prix – dem Elbe-Triathlon – die triabolische Konkurrenz ein wenig düpiert. Am Ende hat es zwar “nur” für den 8. Gesamtrang und den 2. Platz in meiner AK (irgendwas zwischen Senior und Methusalem) gereicht, aber es war eben keiner aus dem besagten Verein vor mir. Das ist in sofern lustig, da die RSG gerade mal 3 oder 4 aktive Athleten in ihrem Kader hat und die Teuflischen eine Kohorte von über 860 Sportlern in ihren Reihen hat. Naja, ist ja im Prinzip auch völlig egal. Viel interessanter ist die Frage, wie es lief. Kurz: Es lief sehr gut.

RING RING: 6:10 ging der Wecker. Freudensprünge bei meiner Frau: Fehlanzeige! Aufstehen, die Bialetti auf Betriebstemperatur gebracht und Baguette mit Nutella und Honig inhaliert. Schnell die Sachen und Frau im Wagen verstaut und um 7:00 war dann auch schon Abfahrt.

7:45 Arrial time in der Dreikampf-Arena. Erst mal Check-In in Dixieland. Dann weiter zur Wechselzone und Opfer der wachsamen Augen der Kampfrichter geworden. Ich hatten an meinem Lenker meine ISAW fixiert, um ein paar Bewegtbilder vom Rennen aufzunehmen. Aber leider scheint die DTU und somit auch jeder deutsche Verein etwas dagegen zu haben. Mit Nachdruck wurde ich aufgefordert das Ding gleich mal abzubauen und im Rucksack zu verstauen. Spaßbremsen!
Wechselzone 1

8:30 Wettkampfbesprechung: Schwimmen? Geradeaus, dann rechts, geradeaus, wieder rechts, wieder geradeaus und wieder rechts, ein letztes Mal geradeaus, dann links und raus. Rad: 4 Runde. Soweit so einfach. Bei der Erklärung der Laufstrecke kam in der Menge Unruhe auf:“Rhabarber, Rhabarber… dann am Ziel vorbei zur Wechselzone…” Wohin? Aber auch das klärte sich bald auf.

Wettkampfbesprechung

9:00 Startschuss. Erste Disziplin 1500m Schwimmen. Bis zur ersten Boje war es ein Hauen und Stechen. Der Typ neben mir schwamm wie ne unrunde Kanonenkugel – mir immer links in rein. An der Wendemarke setzte er noch einen drauf bzw. er sich auch mich. Da war ich drauf und dran meinen Pazifismus über Board zu werfen. Aber ein kleiner Kick kann manchmal Wunder wirken. Urplötzlich gab es keine Belästigungen mehr, so dass ich auf dem Rest der Strecke unbehelligt der Spitzengruppe hinterherschwimmen konnte. Nach gut 22min und als “4th man out of water” war der Spuck vorbei. Auch wenn ich mich relativ gut über Wasser halten kann, freue ich mich immer, wenn dieser Part geschafft ist.

Schwimmstart

9:25 Wechselzone: Rad. Aus meinem letzten Kleinkrieg Neo vs. ich, habe ich meine Konsequenzen gezogen und die Beinabschlüsse mit Creme eingeschmiert. Das ging Schlupp! Schlupp! richtig gut über die Füße. Esel geschnappt, rauf auf die Strecke. Der Bikepart sollte eine kleine Überraschung beinhalten. Ich meine jetzt nicht die Graupen, denen das Rechtsfahrgebot egal ist oder die vom WK-Richter angehalten, einfach auf der Straße stehen bleiben (Pöbel! Motz!). Viel besser ist die Sache mit der Streckenlänge. 4 Runden sollten gefahren werden (Regen und Wind machten es nicht ganz einfach, aber ich will mich mal nicht beschweren), nach 3,5 Runden und vielen Überholmanövern meinerseits (darunter auch Athleten aus der Landesliga, die 15min vor uns gestartet waren) dachte ich, ich werfe mal einen Blick auf meine Uhr. Aha, 32km! Und die 4. Runde ist gleich rum. Mal schauen, wo sich die letzten 8km versteckt haben. Am Wendepunkt hielt ich kurz an und offenbarte einem Ordner meine latente Verwirrtheit ob der Streckenlänge. Aufklärung folgte sogleich – aus den Reihen der Zuschauer. Alles sei ok. Ok!

Auf zum 2. Wechsel

10:22 Wechselzone 2: Run Nach dem Motto: Touch ‘n Go befand ich mich auch mit erstaunlich fitten Beinen auf der Laufstrecke wieder. Mission: Sub 40. Den ersten Dämpfer erhielt ich nach 3km. Ein weiterer Athlet aus meiner Gruppe überholte mich. Dran bleiben? Hmm. Neee, der war doch ein wenig fix. Lieber den eigenen Stiefel runterlaufen. Nach 4, 5km registrierte ich den guten Kurs, auf dem ich mich befand. Bei km 7 registrierte ich erneut etwas – den körperlichen Verfall. Bodenunebenheiten schlucke ich nun wie defekte Stoßdämpfer eine rotten Ami-Kutsche. An der letzten Wendemarke sah ich zudem in die entschlossenen Augen der Konkurrenz, die sich mir ziemlich flott näherten, und mich schlussendlich bei Km 8 stellten. Dranbleiben? Keine Chance. Auch wenn Pulstechnisch noch etwas drin gewesen wäre, ich schaffe es einfach nicht, mich so richtig auszuknipsen. Ich muss mir da mal ernsthaft Gedanken machen, wie ich das für die Zukunft hinbekomme. Im Ziel angekommen, waren den Positionsverluste schon wieder vergessen. Splitzeit: 39:16 Min. Mission accomplished.

Im ZielWurst
Mit einer Endzeit von 2:02:irgendwas (Nota bene die kurze Radstrecke hatte einen nicht unerheblichen Anteil an dieser Fabelzeit) hab ich nun eine respektable Zeit in meinem Palmarès stehen, einen 8. Platz in der Gesamtwertung und einen 2. Platz in meiner AK. Als Belohnung gabs Literweise Erdinger Alkoholfrei, Kuchen und ne saftige Wurst. Und da alles ein Ende hat verabschiede ich mich jetzt in die Pofe. Nächster Halt: Hamburg Triathlon mit der Firmenstaffel. Ich werde auf dem Rad sitzen.

PS. Der Elbe-Triathlon ist eine Teilnahme wert. Die Orga professionell, die Strecke schnell, die Kampfrichter unnachgiebig und die After-Race-Verpflegung gut. Bei guten Wetter lädt zudem die Location ein den Rest des Tages am See zu verbringen. Insgesamt gibt’s die Note: 2+

PPS. Aus aktuellem Anlass soll noch erwähnt werden: Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird – sprich: nicht alles so ernst nehmen, was ich so schreibe.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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