In Hamburg sind die Triathleten los – Teil 1

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HH Triathlon Schwimmstart

Am Wochenende stand Hamburg Kopf, zumindest sportlich gesehen. Denn einmal im Jahr gehört die Stadt gut 10.000 Triathleten und über 200.000 Zuschauern und Supportern. Ein solches Spektakel lasse ich mich natürlich nicht entgehen – weder als Zuschauer, noch als Support oder gar als Athlet. Was aber wiederum auch heißt, dass das Wochenende nicht gerade im Zeichen des Langschlafens steht. Aber gut, in Anbetracht des Traumwetters, der Top-Bedingungen, der fantastischen Leuten und netten Kollegen und sehr guten Freunden gewinnt man immer mehr als man verlieren würde. Und Schlafen wird ja gemeinhin sowieso überbewertet.

Samstag – Support-Tag
Der Wecker bimmelte um 7:30, also wie gehabt. Das schwarze Gold aus der Bialetti brachte mich etwas schneller in die Gänge – zumindest rede ich mir das immer ein. Nach einem schnellen Athleten-Frühstück (Weizenbrötchen mit Nutella/Honig) saß ich auch schon auf meinen City-Hobel in Richtung Innenstadt. Es ist immer wieder faszinierend. Hamburg ist ja keine kleine Stadt, aber bei solchen Mega-Events scheint die Stadt zu einem Dorf zu schrumpfen – man trifft unentwegt bekannte Gesichter und hat Mühe sich nicht komplett festzuquatschen, denn an sich war ich ja da um meine Freunde anzufeuern und dieses Highlight in Bildern festzuhalten. Also weiter ins Getümmel…und gerade noch die Rumpfmannschaft der Schaltaugen-Gang zu Gesicht bekommen. Gemütszustand: irgendwas zwischen tiefenenstpannt und latenter Nervosität. Aber das ist ja (zum Glück) immer so, egal wie viele Wettkämpfe man beschritten hat, egal wie vorbereitet man ist. Letztlich weiß man nie so genau, was auf der Strecke passiert. Das macht Sport generell und Triathlon insbesondere so reizvoll. Aber zurück zum Geschehen. Unfassbar, wie viele Athleten pro Tag zu durchgeschleust werden. Auf wenn man einer unter vielen ist, hat man trotzdem das Gefühl in der Masse nicht unterzugehen. Die Stimmungsmacher sprechen doch auch Dich an, die Zuschauer jubeln auch Dir persönlich zu, rufen deinen Namen. Das ist mein Tag!

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Der Schwimmstart gleicht mit der intensiven musicalischen Untermalung eher einer Pool-Party statt  dem Start zur Auftaktdisziplin. Die Einheizer am Mic bringen die Menge so richtig in Wallung und die Athleten auf andere Gedanken.


Im 10 Minuten Takt werden die Sportler auf die Reise geschickt. 3…2…1.. Feuer frei. Das Wasser brodelt vor und hinten wird entspannt im einwandfreien Bruststil die Strecke absolviert. Für uns heißt es nun, schnell zum Ausstieg. Und nach kurzer Zeit treffen auch schon unsere beiden Athleten ein – der eine etwas früher, der andere ein paar Minuten später. Scheint im Stau stecken geblieben zu sein.

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Den Wechsel auf’s Rad bekommt man leider nicht mit. Zu weit ist die Wechselzone entfernt und zu viele Menschen schieben sich am engen Ballindamm entlang. Das macht ein flottes Durchkommen unmöglich. Daher heißt die Devise: Abwarten, Sonne genießen und dem schier endlosen Strom an Sportler zuschauen, die die Radstrecke verschluckt und irgendwann ausspuckt. Langweilig wird es nie: rote Flaggen, Stürze, übermotivierte Athleten – mehr Drama Baby – …einfach alles was das Zuschauerherz begehrt. Und da endlich kommt der erste rein, gleitet behände von seinem Gefährt und läuft zum Laufen. Nach ein paar Minuten kam auch der nächste rein: Jubel treibt ihn weiter voran. Und Stimmung machen nicht nur die abertausenden Zuschauer, sondern auch die Trommler.

Mit ihrem zackigen Rhythmus geben sie den Läufern den Takt vor – was in diesem Zusammenhang ein wenig an die Taktgeber auf römischen Galeeren erinnert. Nur quält man sich hier ganz gern und vor allem freiwillig ;).

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run2Nachdem wir unsere drei Athleten auf die Laufstrecke gebracht haben, hieß es nun: Zurück Marsch! Marsch! zum Rathausplatz. Leider würden wir den haushohen Favoriten nicht beim Zieleinlauf mit unseren Ovationen empfangen können. Dafür waren wir leider zu langsam ;).
Die Stimmung im der “Blauen Hölle” ist wirklich einzigartig. Aber als Mann an der Kamera und am Smartphone, kann man sie leider nicht in vollen Zügen genießen. Aber letztlich ist sie ja ohnehin den Athleten gewidmet. Wer bis hierhin keinen Runners-High erlebt hat, wird mit Sicher beim Einbiegen auf die Zielgerade die Endorphine ins Blut gespült bekommen. Erschöpfung? Fehlanzeige! Schmerzen? Nicht existent. Die letzten letzten Reserven werden mobilisiert und man wächst über sich hinaus. Und trotz hochsommerlicher Temperaturen wird der eine oder andere mit einer Ganzkörper-Gänsehaut ins Ziel laufen sein. Das ist ganz großer Sport!

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Nachdem ich, ähnlich den Sportler völlig platt und leicht dehydriert im Zielbereicht “umherirrte”, spülte ein Erdinger die notwendige Energie zurück in den Organismus. Der Nachmittag war dann auch meiner Frau und mit im Freibad gewidmet – wo uns zahlreiche Themen für Feldstudien über den Mikrokosmos “Freibad” eingefallen sind. Aber dazu später (viel später) mehr. Erst mal geht es demnächst mit meinem Hautnah-Bericht von der Front weiter: Schweiß&Friends – eine sportive Idee von Scholz&Friends, der wohl schnellsten Agentur Hamburgs :).

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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