Instabeat – Der Leistungstracker für Schwimmer

Quelle: Instabeat

Bevor ich über ein neues Leistungstracking-Tool berichte, das diesen November auf dem Markt erscheinen soll, führen mich meine Gedanken in diesem Zusammenhang zu einer ganz grundsätzlichen Debatte. Sind wir noch zu einem Training/Wettkampf nach Gefühl in der Lage bzw. sollten wir das Training/den Wettkampf nach Gefühl oder mit Hilfe von Pulsmessern steuern? Von mir gibt ein es glasklares “Jein!”

Nein, denn ich bin überzeugt davon, dass ohne ein regelmäßiges Messen und einer Analyse der Leistungswerte eine Optimierung der eigenen Leistungsfähigkeit kaum möglich ist – egal, ob Hobbysportler oder Profi. Jeder profitiert auf unterschiedliche Art und Weise von solchen Geräten.

Ja, denn bei all den technischen Errungenschaften – vom einfachen Pulsmesser bis hin zu komplexen Wattmesssystemen, die dem Sportler zur Verfügung stehen – ist und bleibt das Körpergefühl ein wichtiger Gradmesser für eine gesunde und effektive Trainingssteuerung. Ich denke, dass wir uns zu häufig von unseren technischen Spielereien und den angezeigten Werten ablenken lassen, anstatt in uns reinzuhören. Der Puls ist schließlich nur ein Parameter auf dem Weg zu persönlichen Bestleistungen. In Hannover 2011 hab ich z.B. positive Erfahrungen gemacht, einen Wettkampf komplett ohne Pulsmesser zu absolvieren – notgedrungen, denn meine Polar lief voll Wasser. Somit hatte ich noch nicht mal die Zeit im Auge und musste mich komplett auf mein Gefühl verlassen.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Wie häufig habe ich mir beim Schwimmen schon die Frage gestellt: “Bin ich schon zu schnell, oder fühlt sich das nur so an? Kann ich die Schlagzahl eventuell noch ein wenig erhöhen, oder ist es nicht eventuell besser einen Gang zurückzuschalten, damit ich nicht gleich übersäuere?” Die Belastung beim Schwimmen richtig einzuschätzen, fällt mir trotz meiner 30 Jahre Wassererfahrung immer noch relativ schwer. Dazu muss ich aber sagen, dass ich nicht allzu viel Wert auf Top-Schwimmresultate lege. Die anderen Disziplinen sind mir da wichtiger. Aber ich bin sicher nicht der Einzige, der seine Leistung im Wasser nicht perfekt einschätzen kann. Beim beim Lauf und beim Radfahren ist es wesentlich einfacher – man muss gar nicht schätzen, denn ein kleines Kästchen am Handgelenk gibt dem Sportler permanent Feedback. Kennt man seine individuellen Trainingsbereiche, genügt ein Blick auf den Monitor und man weiß, mit welchen Intensität man unterwegs ist. Beim Schwimmen gestaltet sich dies alles ein wenig schwieriger. Klar, Pulsmesser sind meist wasserdicht und zeichnen die aktuelle Intensität auf, aber da sich die Uhr am Handgelenk befindet, hat man in der Regel nur sehr punktuell bis gar keine Möglichkeit die Herzfrequenz einzusehen.

Ein Startup aus dem Libanon hat dieses Problem erkannt und ein Gerät entwickelt, mit dem genau das möglich sein wird: Instabeat. Dabei handelt es sich um eine Kombi aus Pulsmesser und HUD (Head-up-Display), das mit jeder Schwimmbrille kombiniert werden kann. Der Vorteile bei dieser Konstruktionsform liegen auf der Hand. Ich kann meine Lieblingsbrille weiterhin benutzen, das Gadget in Zukunft mit jeder anderen Brille kombinieren und sollte die Brille mal kaputt gehen, muss ich mir nicht gleich ein komplettes System neu kaufen. Zudem gibt es keinen Pulsgurt, der zum einen stören könnte und zum anderen nicht kompatibel mit anderen Geräten ist.

Quelle: Instabeat

Quelle: Instabeat

Und wie funktioniert Instabeat?
Laut Produktvideo wird der Puls an der Schläfe gemessen und dann in einen Farbcode umgerechnet, der in Echtzeit dem Schwimmer angezeigt wird. Ich gehe davon aus, dass man seine individuellen Leistungszonen über eine Software konfigurieren kann. In der Brille erscheinen dann unterschiedliche Farben, die den aktuellen Grad der Belastung anzeigen.
Blau = Fettverbrennung
Grün = Fitness-Zone
Rot = Max. Performance
Daneben werden auch noch die verbrannten Kalorien, die geschwommenen Runden und die Atemzügen gezählt. Alle Daten wird man bei der Instabeat hochladen und analysieren können.

Preis und Bezugsquellen
Der Preis liegt bei fairen 149$. Laut Instabeat wird weltweit verschifft. Ob und wann das Gerät in den Handel kommen wird, konnte ich nicht auf der Homepage ersehen. Aktuell kann man auf der Seite sein Gerät vorbestellen, gegen Eingabe der Kreditkartennummer.


Einschätzung
Wieso ist bisher in der Sport- & Leistungsindustrie noch keiner auf diese Idee gekommen das, was es für Läufer bereits gibt, auch für Schwimmer zur Verfügung zu stellen? Diese Lücke scheint nun geschlossen worden zu sein – ein konsequenter Schritt. Die Resonanz im Netz und in der Presse ist positiv und Instabeat wird wohl keine Probleme haben ihr Produkt loszuwerden. Ich selbst finde das Teil auch höchst interessant und würde es gerne mal ausprobieren. 149$ sind zwar ein fairer Preis, doch um es einfach mal auszutesten, ist es mir dann doch zu teuer. Das Gadget von Instabeat bietet aber zweifellos ein enormes Potential das Schwimmtraining zu optimieren und das für ein relativ überschaubares Invest. Das Problem ist jedoch nur, dass man als Multisportler/Triathlet wieder ein Tool zur Aufzeichung mehr in der Schublade hat und somit wieder eine Software/Plattform mehr pflegen müsste. Ich warte noch auf die eierlegende Wollmilchsau. Sicher wird es die ein oder andere Idee in den Schubladen der jeweilgen Player in diesem Tracking-Business geben. Über Bluetooth – oder noch besser Ant+ – könnten die Daten an einen HUD, das ebenfalls an der Brille montiert wird, übertragen werden. Für reine Schwimmsportler – und für jene ist es ja gedacht – bedeutet Instabeat sicher eine kleine Revolution.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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