Lumbago statt Lumumba

Rückenschmerzen

Mal eine Frage vorweg: Gibt’s auch eine “Abwrackprämie” für Menschen? Oder anders herum: Wie wäre es, wenn es eine solche für bestimmte Teil des menschlichen Körpers gäbe? Ich würde aktuell gleich zuschlagen und mir eine neue Wirbelsäule bzw. wenn man die Wahl hätte, auch nur ein paar Ersatzteile für meinen Lendenwirbelbereich besorgen.

Warum würde ich mich “aufmöbel” lassen wollen? Ganz einfach: Mich plagen mal wieder Rückenschmerzen und alles deutet auch ein Facettensyndrom oder ein LWS-Syndrom im Lendenwirbelbereich hin. Ähnliches hatte ich auch schon ziemlich genau für drei Jahren. Aber schau’n mer mal.

Es ist schon bittere Ironie. Da macht man Sport, um sich fit zu halten und Körper & Geist etwas Gutes zu tun, und die Knochen danken es einem, in dem sie den Dienst quittieren. Was war geschehen? Am 23.12. hab ich die Gunst der Stunde genutzt und bin eine lockeren MTB-Runde ohne Stürze oder fiesen Geländefahren gefahren. Zu Hause steige ich vom Sattel und kurze Zeit später laufe ich herum wie Quasimodo zu seinen besten Zeiten. Unser alljährlicher, traditioneller Besuch auf dem Weihnachtsmarkt befand sich somit auf einer Amüsement-Skala zwischen 1 und 10 auf minus 8. Da half weder Glühwein, noch Lumumba. In Anbetracht der “drohenden” Feiertage war ich sogar noch am Abend des 23.12. in der Notaufnahme (und ich bin kein Jammerlappen). Dort hat man mir nach drei Stunden rumsitzen und -liegen eine akute Lumbago, vulgo Hexenschuss attestiert. Der Arzt hat, ob der muskulären Verspannungen, nicht schlecht gestaunt und meinte es sei alles hart wie Beton. So hab ich die Tage meist liegend verbracht. Nur zum Essen bin ich aufgestanden ;). Ok, ok. Ein wenig Erholung ist ja nicht schlecht aber bitte nicht so. Wenn schon herumliegen, dann möchte ich über das wie, wann und wo schon gerne selbst entscheiden. Nicht nur, dass mein Gerippe nicht mitmacht, nein, auch die Seele wird durch ständige Schmerzen und das nervige herumliegen in Mitleidenschaft gezogen. Nix ist mit mens sana in corpore sano. Stattdessen Lagerkoller. Bei den angenehmen Witterungsbedingungen, die wir im Norden um die Feiertage herum hatten, schmerzt das doppelt. Man, hätte ich da ein paar Kilometer machen können oder einfach nur einen schönen ausgedehnten Spaziergang mit meiner Frau. Jeden Tag hofft man auf Besserung, doch der steife Rücken am nächsten Morgen holt einen zurück in die schmerzhafte Realität. Meine guten Vorsätze hängen aktuell auch noch dort, wo ich sie am 23.12. abgegeben habe – am Nagel.

Zum Glück hab ich noch vor Silvester einen Orthopäden konsultieren können, der mir immerhin einen eingerenkten Rücken und eine Überweisung in die Radiologie beschert hat. Das war schon mal ein Anfang. Feiertage sei dank habe ich auch gleich einen Termin in der Neujahrswoche bekommen und der Befund liegt mir auch schon vor. Immerhin ist’s kein Bandscheibenvorfall, sondern lediglich eine Protrusion im Lendenwirbelbereich. Aus dem Rest des Befundes und der abschließenden Beurteilung werde ich nicht ganz schlau – ist halt “Arzt-Sprech”. Der wird mir aber noch diese Woche übersetzt und ich hoffe auf einen guten Maßnahmenkatalog zur raschen Genesung. Optimist, der ich bin, sehe ich mich bald wieder aktiv werden.

Und wo ich gerade dabei bin. Hier ein paar Tips, was man bei  akuten Rückenschmerzen z.B. einem Hexenschuss machen sollte.

  1. Als “Erste Hilfe Maßnahme” hilft die sog. “Stufenlagerung“: Liegend die Beine (Hüfte/Knie) in eine 90° angewinkelte Position bringen. Das entlastet die Wirbelsäule.
  2. …und Wärme oder Kälte – je nachdem was einem persönlich besser hilft – an die entsprechend schmerzenden Stellen anlegen. Wärme entspannt die Muskulatur. Durch Kälte wird das Schmerzempfinden reduziert und kann ebenfalls zu Linderung beitragen. Aber Vorsicht: Zu Kaltes kann zur Erfrierungen und zu Warmes zu Verbrennungen führen.
  3. In jedem Fall den Arzt, idealererweise den Orthopäden, aufsuchen.
  4. Schmerzmittel: Ibuprofen – je nach Schmerzenintensität 600er oder 800er, aber das wird ja ohnehin vom Arzt festgelegt.
  5. Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Selbstmobilisierung: Nachdem man sich die Schmerzen ein wenig “wegentspannt” hat, sollte man nicht auf eine manuelle Therapie verzichten – sprich: Krankengymnastik. Dort werden einem individuell geeignete Übungen zur Vorbeugung gezeigt. In jedem Fall sollten diese so konzipiert sein, dass man sie auch zu Hause durchführen kann. Denn die sechs Sitzungen sind für eine langfristige Vorbeugung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Was ist mit dem vielen Übungsvideos im Internet? Ich denke, hier sollte man vorsichtig sein. So können Übungen akute Rückenschmerzen, die ggf. durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst worden sind, noch verschlimmert werden. Andererseits können sie auch helfen. Hier muss jeder selbst für sich entscheiden, was gut für ihn ist. So blockiert bei mir manchmal das ISG, das ich in der Folge versuche sanft zu mobilisieren. In den meisten Fällen, wenn die Muskulatur nicht allzu verspannt ist, hilft das auch.

In diesem Sinne. Viel Erfolg…auch mir. 😉

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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