Hashtag My Ass: Das Mitmach-Musikvideo

Hashtag My AssKürzlich wurde ich auf eine “sehenswerte” digitale Promo-Aktion aufmerksam. Der französische Teller-Dreher Etienne de Crecy promotet aktuell sein neues Album “Superdiscount 3” bzw. die Single-Auskopplung “Hashtag My Ass”. Und hier ist der Name Programm.

Die Story: Auf HashtagMyAss.com schlüpft der Besucher in die Rolle des DJs. Ein Plattenkoffer wird abgestellt, das Vinyl gezückt und auf einem Teller kredenzt. Nun ist der User an der Reihe, sein persönliches Video zu gestalten. Kurz mit Instagram verknüpft und los geht’s. Das ist zieht natürlich – noch dazu, weil die Beats sehr gefällig sind.

Kritisch-musicalisch setzt sich de Crecy mit dem Thema Hashtag auseinander. Und welcher Kanal würde sich besser dafür eignen, als Instagram – abgesehen von Twitter. Aber da Twitter weder durch Visualität überzeugen kann, noch in der Gesellschaft weit verbreitet ist, kann “Hashtag My Ass” nur Instagram als Referenzpunkt haben. Denn hier wird mit Hashtags nur so um sich geworfen, wie sonst nur Kamelle mit vollen Händen auf einem Karnevalsumzug verteilt werden .

Bei Gefallen kann das Video auf Facebook, Twitter, Tumblr und YouTube geteilen werden…und sorgt so für die notwendige Viralität. Here we go… und viel Spaß!

Ok, zugegeben. Das Konzept, dass Nutzer sich kreativ bei der Gestaltung von Inhalten im Netz beteiligen können, ist nicht sonderlich neu. Das erste Mal bin ich 2009 oder 2010 auf die Kampagne von Radiotjänst – dem schwedischen Pendant zur GEZ – aufmerksam geworden – “The Hero (Tackfilm) – A movie about you or someone you know”.

Bei dieser Idee konnte der User ein beliebiges Bild hochladen, das in den Film montiert worden ist. Idee der Kampagne: Den Gebührenzahler danken. Denn ohne seine Geld gäbe es kein (gutes) Programm. Die Kampagne war ein voller Erfolg. Warum? Die Antwort ist einfach. Der Tackfilm macht den Zuschauer einerseits zum Helden, andererseits konnte er sich selbst einbringen. Es stand hier weder ein Unternehmen noch eine Marke im Mittelpunkt, sondern – das Individuum. Das ist ein elementarer Bestandteil von Social Media, den auch “Hashtag My Ass” berücksichtig. Damit hat die Aktion an sich alle Zutaten um erfolgreich zu sein: Story, Kreativität, den Ich-Faktor und Mechanismen, um die Aktion unkompliziert breit zu streuen.

Zur Ergänzung: Neben Tackfilm, fallen mir auch noch zwei weitere Kampagnen ein, die dieses Prinzip schön umgesetzt haben z.B. Lollipop oder SingItKitty.

 

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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