IRONMAN 70.3 Kraichgau – Rad gerockt, Lauf gefloppt

IRONMAN. Mal wieder. An sich wollte ich ja nicht mehr – zu teuer, zu voll, zu viel Hype, zu viel Chichi. Aber was tut man nicht alles, wenn man ein Wochenende mit Freunden verbringen will. Man startet trotzdem.

Die Vorbereitungen liefen alles andere als optimal. In Frühjahr noch top, dann ab April flop – drei Woche fieseste Erkältung. Was folgt: Torschusspanik. Trainieren was das Zeug hält, statt gesunder, nachhaltiger Formaufbau. Nach dem Motto: Was drin ist, ist drin. Gekaut wird später. Das konnte nicht gutgehen und die Quittung folgte prompt: ITBS. Geil #not. Und das zwei Wochen vorm Start.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt, und so bin ich natürlich trotzdem gestartet.

Schwimmen lief so lala. In meinem ollen IRONMAN Stealth Neopren-Brett wuchtete ich meinen maladen Körper nach 29:40min aus dem See. Nach 3nochwasMinuten saß ich dann auf dem Alu-Gaul und nahm Witterung auf.

Die Radstrecke ist der Knüller. Statt einen öden Rundkurs erwartet den geneigten Athleten eine wahre Achterbahnfahrt. Das permanente Auf und Ab wird lediglich unterbrochen durch unglaubliche viele Richtungswechsel. Ausruhen kann man sich nur selten. „Das Land der 1000 Hügel“ eben. Genau mein Ding. Nach 2:36h endete der heiße Ritt in der Wechselzone. Leider hab ich schon auf dem Rad gemerkt, dass das Knie wohl nicht so will, wie ich gerne wollte. Das machte sich schon auf den paar Metern durch T2 bemerkbar. Mit einer Mischung aus Humpeln und Laufen stocherte ich auf die Laufstrecke.

Nach 361m war dann auch die Reise erst mal vorbei. Ich versuchte den Tractus aufzudehnen. Nach ein paar Metern wieder Schmerzen, wieder massieren, dehnen. Weiterlaufen. Gehen. Dehnen. Massieren. Joggen. Walken. Gehen. Verzweifeln. Resignieren. Sich auf’s Bier freuen. Nach 2,81km war es dann endgültig vorbei. DNF. Der Zweite, nach dem „Kälterennen von Wasserstadt Limmer“ 2012. Tja, so ist das Sportlerleben. Nicht immer kommt man ans Ziel.

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Hingegen “ins Ziel” (irgendwie) kommt man schon. Und so sollte ich Kraichgau noch in Erinnerung bleiben, nur wusste ich es selbst noch nicht. Und das passierte so: Auf der Suche nach einem Offiziellen, um mich ordnungsgemäß abzumelden, taperte ich durch den Zielbereich. Irgendwann stieß ich auf jemanden, der sagte, ich solle einfach durchs Ziel gehen und dort Bescheid geben. Gesagt getan. Also wieder rauf auf die Laufstrecke und gemütlich durch den Zielkanal geschlendert. Der Sprecher war schon ganz euphorisch und meinte, ich könne mich schon zu Recht feiern lassen. Als ehrlicher Athlet winkte ich ab. „Ach, er will gar nicht?“ Ich nickte. Amüsiert guckten ein paar Zuschauer und klatschten. Mit meiner Bierflasche in der Hand erreichte ich die Ziellinie und beichtete, dass ich mich selbst aus dem Rennen genommen habe. Aber da ich mit meinem Chip den Zielimpuls ausgelöst hatte, wurde natürlich meine Zeit gewertet – und die konnte sich sehen lassen: Halbmarathon-Weltrekord und Sieger des IRONMAN 70.3 Kraichgau. Ein Rekord für die Ewigkeit. Naja fast, denn am gleichen Abend war das Ergebnis natürlich bereits korrigiert.

Picture or it didn’t happen! Bitte schön.

Kummerani goes Podium.

Kummerani goes Podium.

Nun heißt es Wunden lecken und ITBS behandeln.

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Schwimmt, fährt Rad und läuft!

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