Willkommen im Laktat: Das Rad Race Battle 2015

IMG_20150823_212029

Am Samstag (22.08.) hab ich eine Lektion in Demut aufgebrummt bekommen. Nur weil man hier und da einen Ortschildsprint gewinnt (oder vor langer Zeit gewonnen hat) gibt es Typen, die sind einfach viiiiiiiel schneller (und ausgefuxter) als man selbst: Willkommen beim Rad Race Battle 2015.

Als Rahmenprogramm zu den Hamburg Cyclassics gedacht, aber letztlich DER Hingucker, fand am Samstag das Radrace Battle statt. 128 Männer und 20 Frauen sprinten 200m gegeneinander. Modus Operand: Trackstand von einer Rampe (man wird von einem Supporter gehalten). Dann Vollgas, dass sich der Rahmen biegt. Zwei Qualifyrunden, bei denen 4 Athleten starten. Danach 1:1; Mann gegen Mann. Eine sehr ehrliche Sache. Kein Taktieren, kein Schickimicki! Einfach voll durchdrücken.

Training fand ab 15 Uhr statt, denn ein wenig ungewohnt ist es schon von einem “Fremden” auf dem Startpodest gehalten zu werden, um dann eine Rampe hinabzufahren. Trifft Rampe auf Straße gibt’s zudem noch nen Schlag. Muss man mit dealen. Nach 3-4 Probestarts war ich mit den Modalitäten per du.

Das Fahrerlager: Ein Schmelztiegel der Gegensätze. Hier die braven Radtrikotträger, dort die saucoolen Vertreter der Fixie-Fraktion. Tattoos, Bärte, dicke Waden. Ein paar Gladiatoren kurbelten sich auf Tacx Rollen die Beine heiß. In der Luft hing deutlich spürbar das Testosteron. YES. Geile Atmosphäre. (Randnotiz: nächstes Jahr ein etwas rattigeres Outfit).


17 Uhr: Start. Ich durfte gleich im ersten Heat starten, quasi das Versuchskaninchen für die Zuschauer. Jetzt nur nicht blamieren….3…2…1 Kick it. Mit Haftbefehl in den Ohren ging’s die Rampe runter. Ein Fahrer hat sich schon auf den ersten Meter deutlichst abgesetzt; ich dahinter, zwei weitere noch weiter hinter mir. Druck rausnehmen und auslaufen lassen. Kräfte sparen. Die zweite Runde hab ich somit ungefährdet erreicht. (siehe Periscope-Videos)

Freizeit bis 18:50. Zeit genug, die Rennatmosphäre aufzusaugen. Mir ging asapst durch den Kopf: “Junge, Junge, da sind ein paar schnelle Jungs dabei. Kannste froh sein, wenn du die nächste Runde überstehst.” Interessant war aber auch zu sehen, dass es nicht nur auf die Endgeschwindigkeit ankommt, sondern vor allem (!!) darauf, schnell eine konkurrenzfähige Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Sprich: die Wahl des richtigen Gangs. Genau das wurde mir in meinem nächsten und letzten Lauf zum Verhängnis.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

3….2…1….Kick it! Und zwooosh! Nach 15 Metern hatten sich bereits zwei Fixed Gear-Fahrer abgesetzt. Je länger das Renne, desto höher mein Speed. Das wird knapp, das wird knapp…zzzzzzzzzz. Noooooooo. Ganz knapp musste ich mich geschlagen geben. Der Grund: Fixies haben einfach den perfekten Gang, über den man anfangs schnell auf Speed kommt und ihn auch halten kann. Ohne Greipel-Beine, sieht man da schnell kein Land mehr. Also: Raus. Ende Gelände! Zum Zugucken verdammt.

Fazit: Die 32€ haben sich voll gelohnt. Das Radrace ist ne super Sache. Die Jungs, die das auf die Beine gestellt haben, brennen für ihre Idee, sind voller Enthusiasmus.

Das Learning für mich: Radrennen sind keine RTFs, sind keine Triathlon-Rennen. Es ist etwas ganz anders. Ohne Vorbereitung sieht man kein Land – d.h. beim nächsten Rennen eine leichtere Übersetzung wählen…und vor allem Sprints üben. Ampelsprints könnte da ein sehr probates Mittel sein. Die Uhr tickt: Noch 363 Tage (plus-minus)

Thx Rad Race-Team für das großartige Event!

I’ll be back.

Veröffentlicht von

Schwimmt, fährt Rad und läuft!

Schreib einen Kommentar